Neue Ausstellung : Bilder zeugen von der Emanzipation der Künstlerinnen

Prof. Dr. Ulrike Wolf-Thomsen ist Expertin für Frauen in der Kunst..
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Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen ist Expertin für Frauen in der Kunst..

Werke von Käthe Kollwitz und ihren Kolleginnen sind ab Sonntag in der Villa Wachholtz zu sehen.

shz.de von
16. November 2013, 20:00 Uhr

Sie ist das Zugpferd der neuen Ausstellung der Gerisch-Stiftung: die Künstlerin Käthe Kollwitz. Sechs weitere Künstlerinnen ihrer Zeit sind bis heute weitgehend unbekannt – dabei stehen sie als Malerinnen und Grafikerinnen ihren männlichen Kollegen in nichts nach.

Man wähnt sich in einem Salon der Wende zum vorigen Jahrhundert: impressionistisch anmutende Gemälde, andere mit expressiv-pastoser Malweise oder symbolistische Bilder mit (alb-) traumhaften Darstellungen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Dr. Jörg Paczkowski hat die Kunsthistorikerin und neue Leiterin des Museums Kunst der Westküste, Prof. Dr. Ulrike Wolff-Thomsen, einmal mehr an ihrem Leib- und Magenthema gearbeitet: der Emanzipation der Frau als Künstlerin in der Zeit um 1900. Jetzt gilt ihr Augenmerk den Frauen der Berliner Secession – jener Künstlervereinigung mit Berühmtheiten wie Max Liebermann, Walter Leistikow, Max Slevogt oder Lovis Corinth, die 1898 die Berliner Secession als Abspaltung vom akademischen Kunstbetrieb gründeten. Es war die erste bedeutende Künstlervereinigung, die auch weibliche Mitglieder zuließ – für manche eine Provokation.

Die bekannteste unter jenen war damals wie heute die aus Königsberg stammende Käthe Kollwitz (1867-1945), „das soziale Gewissen jener Zeit“, sagt Ulrike Wolff-Thomsen. In Neumünster ist Käthe Kollwitz mit düsteren Bildern zu sehen: Radierungen und Lithografien zum Weberaufstand, zum Bauernkrieg, zu sozialen Randgruppen bis hin zum Thema Vergewaltigung. Dem steht ihr Bildnis einer Schwangeren oder ein schöner weiblicher Rückenakt gegenüber.

Die Ausstellung, die zuvor in Wertheim und Berlin zu sehen war, zeigt Werke von sechs weiteren einstigen Secessionsmitgliedern – jedem ist ein Raum gewidmet.

Die Schau „Nur das Talent ... Käthe Kollwitz und die Frauen der Berliner Secession“ wird morgen um 12 Uhr in der Villa Wachcholtz, Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Straße 69 eröffnet. Sie ist bis zum 13. April mittwochs bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen.

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