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24. Oktober 2017 | 01:29 Uhr

Bilder bauen Brücken zu Flüchtlingen

vom

Malaktion wurde initiiert von der Diakonie und der Gerisch-Stiftung / Wanderausstellung geplant

shz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 05:59 Uhr

Neumünster | Die farbenfrohen Bilder, die gestern auf dem Großflecken entstanden, ließen nicht ahnen, welche Erfahrungen die Maler hinter sich haben. "Erste Eindrücke von Deutschland - Gemäldemalerei mit Flüchtlingen" heißt das Projekt, das Rike Müller, Flüchtlingsberaterin der Diakonie, mit der Gerisch-Stiftung initiiert hatte. Es war bereits der neunte Maltermin, aber der erste im Zentrum der Stadt.

"Das ist sehr schön. Wir zeigen unsere Gesichter, um Vorurteile abzubauen. Die Menschen hören eigentlich nur von uns, jetzt sehen sie uns", sagte Rebaz (25), Kurde aus dem Iran, der erst seit kurzer Zeit in Neumünster lebt. Der Fahrschullehrer malte eine rote Rose. Raza (25) aus dem Iran malte das, was er sah: die Geranienampeln am Großflecken.

Dabei war es nicht einfach, die Aktion zu organisieren, erzählt Dolmetscher Sirwan Baban. "Die Leute haben Angst, es ist ein langer Prozess, sie zu überzeugen, so mutig zu werden und in die Öffentlichkeit zu gehen."

50 Bilder sind inzwischen entstanden, die Brücken bauen sollen zwischen den Neumünsteranern und den Flüchtlingen. "Sie malen ihre eigene Vergangenheit, ihre Träume und Wünsche, ihre Erlebnisse. Sie malen, wie sie eingesperrt sind mit Gräbern im Hintergrund", sagt Wilhelm Bühse, museumspädagogischer Mitarbeiter der Gerisch-Stiftung.

Geplant ist, dass die entstanden Bilder Teil einer Wanderausstellung werden, die unter anderem im Landeshaus Kiel gezeigt wird. Begleitend entsteht eine Broschüre mit Hintergrundtexten. Schirmherr der Aktion ist Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras.

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