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Inventur in der Stadt : Bilanz ziehen: Großer Zähltag in Neumünster

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In diesen Wochen rund um den Jahreswechsel findet in vielen Geschäften die Inventur statt. Die Bestandsaufnahme ist nicht nur für das Finanzamt wichtig.

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 18:06 Uhr

Neumünster | Für Laura Schmid und Sandra Pries wurde es Montagabend ein langer Arbeitstag. Nachdem die beiden Angestellten des Modeunternehmens Hold Store am Großflecken zum Geschäftsschluss die Türen verriegelt hatten, ging es ans Zählen. Jeden Artikel, angefangen von der Jeans bis hin zu Ringen und Armbändern, nahmen die beiden einmal in die Hand und scannten den Preiscode. Knappe vier Stunden dauerte die Inventur. Kein Einzelfall: In vielen Geschäften in Neumünster findet jetzt zum Jahreswechsel die sogenannte Inventur statt, die Bestandsaufnahme der vorhandenen Ware.

Durch die Inventur werden Vermögenswerte und Schulden eines Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag ermittelt und schriftlich niedergelegt. Jeder Kaufmann ist gesetzlich zum Schluss eines jeden Geschäftsjahres dazu verpflichtet – und das ist bei vielen das Kalenderjahr. Gibt es Abweichungen zwischen Soll- und Ist-Bestand, zum Beispiel durch falsche Buchungen oder auch Diebstahl, führt das zur Berichtigung. Das ist für das Finanzamt wichtig, denn Inventurdifferenzen fließen voll in die Gewinn- und Verlustrechnung ein.

„Aber auch ich selbst will natürlich wissen, wie mein Jahresabschluss ist, was ich noch auf Lager und was schon verkauft habe“, sagt Burkhard Möbius, Inhaber der Buch- und Musikhandlung Trio am Kuhberg. Sein Laden war am Montag geschlossen. Zwischen 9 und 17.30 Uhr erfasste er mit zwei Mitarbeiterinnen den Bestand. Jedes Teil wurde dafür einzeln aus dem Regal zum Computer getragen und eingescannt.

Diese Aufgabe steht bei Nortex am kommenden Sonntag noch an. Dann greifen etwa 120 Mitarbeiter und Helfer am Grünen Weg zu mobilen Daten-Erfassungs-Geräten, um rund 400  000 Hosen, Röcke, Blusen, Pullover und sonstige Kleidungsstücke zu erfassen. Geschäftsführer Uwe Schümann erklärt den Ablauf: „Am Freitag werden die Mitarbeiter geschult, am Sonnabend wird schon mal ein Teil des Lagers erfasst. Sonntag um 8 Uhr geht es dann los. Meist sind wir gegen 14 Uhr fertig.“ Abschluss ist traditionell ein gemeinsames Essen, und dann gibt es noch eine Flasche Sekt.

Noch eine Stufe aufwändiger ist die mittlerweile abgeschlossene Inventur im Rahlf Fachgroßhandel an der Rendsburger Straße. 10  000 Artikel aus knapp 50 Warengruppen – angefangen von Weihnachts- und Osterartikeln über Camping-Produkte und Haushaltswaren bis hin zu Spielwaren – vertreiben die Geschäftsführer Hans-Jürgen Rahlf und Anja Reisen und die rund 50 Mitarbeiter. Etwa drei Tage dauert die Bestandsaufnahme. „Wir halten das ganze Jahr über unser Sortiment vor und sind immer lieferfähig. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was tatsächlich noch vorhanden ist oder wo es Differenzen zwischen dem Sollbestand im Computer und dem Ist-Bestand gibt“, sagt Rahlf.

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