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Weihnachtsmarkt : Bier geht besser als Glühwein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kühlaggregate der Eisbahn laufen im Höchstbetrieb. Die Schausteller sind bisher zufrieden. 2016 gibt es zwei Bürgerhäuser.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 18:02 Uhr

Neumünster | Gewünscht hatten sich die Stadt und Ingo Kluge als Betreiber des Weihnachtsdorfes für den Weihnachtsmarkt auf dem Großflecken eigentlich Frost und Sonnenschein. Zumindest die Sonne war gestern da, doch die Temperaturen von 14 Grad am Mittag erinnerten eher an Frühling. Das Wetter spielt seit der Eröffnung des bunten Treibens Ende November verrückt, und das hat Folgen.

„Schon der Aufbau der Eisschicht für die Eisbahn hat länger gedauert als geplant. Und die erste Woche mit Wind und Regen war eine höllische Kombination. Das ist so, als ob man einen Fön unter die Dusche hält“, sagt Thomas Hein, Geschäftsführer der Firma Interevent aus Dorsten in Nordrhein-Westfalen, die die 375 Quadratmeter große Eisbahn betreibt. Die beiden modernen und energieeffizienten Kühlaggregate laufen mit einer Leistung von zwei Kilowatt pro Quadratmeter und Tag auf Höchstleistung, um die sieben Zentimeter dicke Eisschicht zu halten. „Bei ruhigem Wetter kann es auch mal wärmer sein. Gefährlich wird es, wenn das Eis durch Sturm und Regen in Bewegung kommt“, sagt Hein. Im Vertrag mit der Stadt steht zwar, dass ab Temperaturen von 10 Grad plus der Betrieb der Eisbahn nicht mehr garantiert werden kann, doch Hein versichert: „Wir setzen alles daran, damit das Kufenflitzen weitergehen kann.“

Im Weihnachtsdorf muss man unterdessen den Bierbestand laufend auffüllen, denn „Bier geht im Moment besser als Glühwein“, sagt Ingo Kluge. Insgesamt habe sich noch keine richtige Weihnachtsstimmung eingestellt. „Die Resonanz ist zurückhaltender als gedacht“, sagt er. Auch Kirsten Gerlach, Veranstaltungsmanagerin der Stadt, bedauert, dass der Winter noch nicht da ist. Gleichwohl: „Wenn mit Einbruch der Dunkelheit die Lichter angehen, ist die Stimmung schon heimelig“, sagt sie.

Ludolf Fock, Präsident des Schaustellerverbandes, sieht sogar die Vorteile: „Die Besucher frieren nicht.“ Er ist mit der Zwischenbilanz zufrieden. Die Stimmung sei gut; Pommes, Würstchen, Crêpes und Süßwaren würden bei jeder Temperatur gegessen.

Während der aktuelle Weihnachtsmarkt noch läuft, gehen bereits die Planungen für das kommende Jahr los. „Wir sammeln Ideen. Eine davon ist, wieder einen Kunsthandwerkermarkt zu etablieren“, sagt Kirsten Gerlach. Davor können Ingo Kluge und Ludolf Fock allerdings nur warnen: „Das läuft in Neumünster nicht und wird ein Reinfall“, sind sich die beiden sicher. Versuche vor einigen Jahren – auch mit einem Nikolausmarkt am Rathaus – scheiterten kläglich. „Hier gibt es einfach nicht die passenden Besucher“, sagt Kluge.

Er setzt dagegen auf ein zweites Bürgerhaus, dass 2016 im Weihnachtsdorf aufgebaut und nicht nur täglich, sondern wochenweise an eine andere Einrichtung oder Organisation vermietet werden soll. Dafür gebe es bereits zwei Anmeldungen. „Dort könnte ich mir tatsächlich Kunsthandwerk vorstellen.“ Kluge wünscht sich zudem mehr zusätzliche Programmpunkte, wie etwa Besuche des Weihnachtsmannes, eine Märchenerzählerin oder Stelzenläufer mit Rentieren. „Das kann man relativ kostengünstig umsetzen. Es zieht die Leute an und funktioniert bei jedem Weihnachtsmarkt-Wetter“, meint er.

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