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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 15:00 Uhr

Bienenzucht : Bienen leben besser in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Harald Salzmann bringt auf dem Gelände der Waldorfschule das Imkern bei, um den Erhalt der bedrohten Honigbienen zu sichern.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Für Bienen ist Neumünster ein besserer Lebensraum als die meisten ländlichen Räume. Warum das so ist und alles weitere, was ein angehender Imker zur naturnahen Aufzucht von Honigbienen wissen muss, lernen die Teilnehmer beim Kursus „Ökologisches Imkern“ auf dem Gelände der Waldorfschule.

Organisiert wird die Schulung von den beiden Bienenhalter-Vereinen Mellifera und De Immen. Harald Salzmann, einer der zwei Kursleiter: „Kurse wie dieser sind sehr wichtig. Denn ohne den Menschen ist die Honigbiene nicht mehr überlebensfähig. Die Anzahl der Bienenvölker ist in den letzten Jahren überall auf der Welt dramatisch zurückgegangen. In Neumünster gibt es zwar sehr viele Imker. Viele sind im Imkerverein Neumünster organisiert.“ Jedoch seien die Bienenzüchter in der Regel bereits recht alt, es fehle der Nachwuchs.

Dass Bienen in Neumünster besser aufgehoben sind als auf dem Land, liegt laut Salzmann an der modernen Intensiv-Landwirtschaft mit ihren Monokulturen. Auf den mit Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden behandelten Mais- und Getreidefeldern wachsen keine wilden Blütenpflanzen, die Nahrungsquelle der Bienen. „In vielen Regionen Schleswig-Holsteins, vor allem auf dem Lande, würden die Bienen verhungern, wenn die Imker sie nicht füttern würden“, so Salzmann. In der Stadt gebe es dagegen zahlreiche Gärten und Parks mit ausreichend Blüten für die Bienenvölker. „Da sind die vielen Kleingärten etwa an der Wasbeker Straße, die Linden entlang der Kieler Straße oder die dortige Obstwiese.“

Die Pflanzenschutzmittel, die die Nahrung der Bienen zerstören, schwächen zugleich ihre Abwehrkräfte – und machen sie so anfälliger für Schädlinge wie die Varroamilbe. Diese sei zum großen Teil verantwortlich für das Bienensterben weltweit und auch in Neumünster, erklärt Salzmann. „Einem Bekannten sind diesen Winter alle seine zehn Völker eingegangen. Schuld war wohl die Varroa-Belastung.“ Imker behandeln ihre Bienen zum Schutz vor der Milbe mit Säuren. „Ohne diese Behandlung würden die Völker innerhalb von zwei, drei Jahren sterben.“ In der Folge würden Obst- und Gemüseernten enorm einbrechen. „Sieben von zehn Pflanzen sind von der Bestäubung durch die Honigbiene abhängig. Deshalb ist es so wichtig, dass Menschen sich um die Bienen kümmern.

Um dies leisten zu können, lernen die Kursteilnehmer an sieben Nistkästen, wie sie ihr Immenvolk erfolgreich durch Sommer und Winter führen, wie sie ihren ersten Schwarm fangen und ihn „wesensgemäß“ halten. Harald Salzmann: „Am Ende sind sie gut ausgerüstet, um selbst Bienen zu halten.“>

Der Kursus findet statt an sechs Sonnabenden, beginnend am 18. März und endend am 16. September, von jeweils von 8.45 Uhr bis 17 Uhr. Er kostet 390 Euro einschließlich Verpflegung. Weitere Infos sowie Anmeldung bei Achim Lehmann, Tel. 7  94  03, E-Mail h-j.lehmann@versanet.de oder auf www.mellifera.de/neumünster.

 

 

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