Theater in der Stadthalle : Bibeldrama in modernem Gewand

Letzte Hoffnung: Martha (Viola Völker, links) und Maria (Annika Werner, rechts) bitten Immanuel, (Jakob Grenz, Mitte), Lazarus zu heilen.
Letzte Hoffnung: Martha (Viola Völker, links) und Maria (Annika Werner, rechts) bitten Immanuel, (Jakob Grenz, Mitte), Lazarus zu heilen.

Die christliche Jugendorganisation „Adonia“ brachte das Musical „Herzschlag“ auf die Bühne – und begeisterte das Publikum.

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11. Oktober 2018, 14:30 Uhr

Ein Chor, eine Live-Band, Tänzer und Schauspieler hauchten dem Bibeldrama um Lazarus von Bethanien neues Leben ein. Über 70 Teenager der christlichen Jugendorganisation „Adonia“ hatten an dem Musical „Herzschlag“ gearbeitet. Am Mittwoch feierte es vor 570 Zuschauern im Theater in der Stadthalle Premiere.

Die altbekannte Geschichte wurde in ein modernes Setting versetzt: Der herzkranke Lazarus (Nicolas Hege) wird ins Krankenhaus eingeliefert. Sein Zustand ist kritisch; die Ärzte wissen nicht weiter. Seine Schwestern Martha (Viola Völker) und Maria (Annika Werner) setzen ihre Hoffnungen in ihren Freund, den Wunderheiler Immanuel (Jakob Grenz). Doch der verschwindet ohne ein Wort. Lazarus stirbt. Das Gottvertrauen der Geschwister ist schwer erschüttert. Doch Immanuel kehrt wieder und holt Lazarus von den Toten zurück.

Das Jugendmusical war trotz der kurzen Probenzeit professionell inszeniert. Erst am Sonntag erfuhren die Jugendlichen, welche Rolle sie spielen werden. Die Musik von Band und Chor ist energiegeladen und mitreißend. Das Publikum wurde immer wieder eingebunden. „Drücken, drücken, 30 Mal, 30 Mal, pusten, pusten, zweimal pusten!” So versuchen über 600 Besucher, Lazarus wiederzubeleben – vergebens.

Auffällig war die Authentizität der Krankenhausszenen. Ärzte und Krankenschwestern warfen nur so mit Fachvokabular um sich. Im Vorfeld hatten sich die Jugendlichen von dem Kardiologen Professor Nour Eddine El Mokhtari, Chefarzt der Kardiologie, Pneumologie und Inneren Medizin der Rendsburger Imland-Klinik, beraten lassen.

Das Publikum belohnte die Teenager mit tosendem Applaus. Ihre Begeisterung ließ erahnen, wie viele Menschen das Thema berührt. Nicht jeder glaubt an Wunder und Wiederauferstehung. Das Musical war trotzdem sehenswert.

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