BFB: Junge Flüchtlinge besser betreuen

Esther  Hartmann
Esther Hartmann

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12. Juli 2015, 13:25 Uhr

Mit einer Aktuellen Stunde will das Bündnis für Bürger (BFB) die Betreuung minderjähriger Flüchtlinge durch die Stadt erneut in die Ratsversammlung tragen. „Nach unseren Informationen ist der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) nach wie vor unzureichend ausgestattet, um eine sachgerechte Betreuung der jungen Flüchtlinge sicherzustellen“, begründete BFB-Ratsfrau Esther Hartmann ihren Vorstoß.

Nach den geltenden Bestimmungen sollen Amtsvormünder nicht mehr als 50 Mündel gleichzeiteitig betreuen. Dem BFB zufolge müssten derzeit aber rund 100 zusätzliche Betreuungsfälle von den ASD-Mitarbeitern vertreten werden. Eine sinnvolle Betreuung sei unter diesen Umständen kaum möglich, sagte Hartmann.

Genauere Betreuungszahlen wollte Hartmann in der vergangenen Woche im Jugendhilfeausschuss hinterfragen, wurde dort von der Verwaltung aber auf die Septembersitzung vertröstet. „Das ist uns viel zu spät“, sagte Esther Hartmann. Angesichts der dramatisch steigenden Flüchtlingszahlen, müsse die Politik schneller entscheiden können. Hintergrund: Im Gegensatz zu den erwachsenen Flüchtlingen, die die zentrale Ausländerunterkunft am Haart nur vorübergehend durchlaufen, um dann auf die Gemeinden des Landes verteilt zu werden, werden Jugendliche, die ohne Begleitung Erwachsener in Neumünster stranden, von der Stadt betreut und versorgt. Auch deren Zahl ist in der Vergangenheit aber sprunghaft gestiegen. Gab es 2013 erst 87 dieser Flüchtlingskinder, schnellte ihre Zahl im vergangenen Jahr auf 275 in die Höhe.

Erst im Juni hatte die Ratsversammlung per Dringlichkeitsantrag drei weitere Stellen im ASD bewilligt. Nach Einschätzung der BFB-Fraktion wurden damit jedoch lediglich Lücken aus der Vergangenheit geschlossen. Auch SPD und CDU hatten im Rat mehr Unterstützung bei der Betreuung der Jugendlichen von Land und Bund eingefordert.

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