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Gerichtsbericht : Bewährungsstrafe nach dem Feuer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Neumünsteraner wurde wegen besonders schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Mann bestritt die Tat.

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Zeugen gaben den Ausschlag. Wegen besonders schwerer Brandstiftung verurteilte das Schöffengericht jetzt einen Mann (30) zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Der Neumünsteraner soll am 16. März 2013 gegen 20.30 Uhr auf dem Dachboden des Mehrfamilienhauses an der Rosenstraße 6 gezündelt haben (der Courier berichtete).

Nur weil ein Polizist gerade noch rechtzeitig die Mieter warnte und nur zwei Wohnung bewohnt waren, kam niemand ernsthaft zu Schaden. Allerdings griff das Feuer auf den Dachstuhl über. Nach dem Brand war das Haus eine Zeit lang nicht bewohnbar.

Zusätzlich verhängte das Gericht noch eine achtmonatige Strafe wegen besonders schweren Diebstahls in zwei Fällen gegen den Mann. Er soll Anfang 2014 in der Gartenanlage am Wernershagener Weg zwei Schuppen aufgebrochen und daraus Werkzeug mitgenommen haben. Beide Strafen wurden auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Ein Bewährungshelfer soll dem Angeklagten in dieser Zeit zur Seite stehen.

Während der Mann die Diebstähle in den Schrebergärten sofort unumwunden zugab, wies er die Brandstiftung schon zu Beginn des zweitägigen Prozesses weit von sich. Stattdessen erklärte er, er habe das Haus, in dem er bis zum Sommer 2012 eine Dachgeschosswohnung mit seiner Ex-Freundin (38) und deren Tochter bewohnte, nach dem Auszug nie wieder betreten.

Dem widersprach die ehemalige Lebensgefährtin, die das Verfahren kurz nach der Trennung durch eine Aussage bei der Polizei erst ins Rollen gebracht hatte. Um sich am Vermieter zu rächen, der beim Auszug die Kaution einbehalten hatte, soll der Mann rund ein Dreivierteljahr nach dem Auszug auf dem Dachboden Papier angezündet haben, so die Zeugin. Ein Bekannter des Mannes schilderte außerdem, wie ihm der Angeklagte einst in einem Gespräch von der Tat berichtet habe.

Das reichte dem Gericht aus. „Wir sind überzeugt, dass Sie das Feuer gelegt haben und glauben nicht an ein Nachtreten der Ex-Freundin“, so die Richterin im Urteil. Mit seiner Entscheidung folgte das Gericht im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte einen Freispruch vom Vorwurf der Brandstiftung gefordert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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