zur Navigation springen

Subéja-Trio : Betörende Klänge und amüsante Details

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Subéja-Trio aus Kassel beendete die Konzertsaison mit Werken von Bach bis Böhm. 250 Besucher erlebten ein Spiel der Impressionen.

Neumünster | Ihre Instrumenten-Kombination ist ungewöhnlich, ihre Musizierfreude groß. Für ein Hörerlebnis der besonderen Art sorgte das Subéja-Trio aus Kassel am Montagabend im Theater in der Stadthalle. Zum Abschluss der Konzertsaison 2016/17 kamen trotz drückender Schwüle noch einmal 250 Besucher ins Theater, um drei Musikerinnen zu erleben, die mit Flöte, Oboe und Klavier ein Trio fernab der kammermusikalischen Standardbesetzung bilden.

„Spiel der Impressionen“, betiteln Berit von Sauter (Klavier), Sandra Bauer (Flöte) und Judith Gerdes (Oboe) ihr breit gefächertes Programm, bei dem, laut Berit von Sauter, „im Zusammenspiel der beiden hohen Holzblasinstrumente mit dem Klavier irisierende, neuartige Klangkörper entstehen – und das epochenübergreifend“. Zum akustischen Beweis spielten die drei ausgebildeten Vollblutmusikerinnen in der ersten Konzerthälfte eine Triosonate von Wilhelm Friedemann Bach aus der Zeit des Rokoko, drei zeitgenössische Stücke, die der Berliner Komponist Paul Mertens-Pavlowsky eigens für das Subéja-Trio schrieb und „Scènes de la forêt“ für Flöte, Englischhorn und Klavier der impressionistischen Komponistin Mel Bonis. Gerade das letzte Stück bewies das große musikalische Können der drei Musikerinnen. Betörend schön erklang hier das Englischhorn von Judith Gerdes.

Neben der musikalischen Darbietung erläuterten die Musikerinnen abwechselnd das Programm, die Entstehungsgeschichte einzelner Stücke und gaben amüsante Details aus dem Leben einiger Komponisten preis. So erfuhr man nach der Pause Einzelheiten über Johann Sebastian Bachs „Musikalisches Opfer“, angesichts des Rätsels, das Friedrich der Große seinem Lieblingskomponisten gestellt hatte.

Berit von Sauter wusste zu berichten, dass Robert Schumann die „Romanzen für Oboe und Klavier“ 1849 als Weihnachtsgeschenk für seine Ehefrau Klara komponierte, und Sandra Bauer zitierte passend zu Theobald Böhms Liedbearbeitungen über Themen von Franz Schubert aus dem Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“.

Insgesamt erlebten die Besucher am Montagabend drei hochkonzentrierte Musikerinnen, die allesamt ihr Instrument beherrschten und jede auf ihre Art großes Können bewiesen. Neben den Erläuterungen hätte man sich etwas mehr Leidenschaft gewünscht. Was macht die Schönheit einer Bach-Triosonate aus? Warum ist es wichtig eine lange Zeit vergessene Komponistin, wie Mel Bonis ins Programm zu nehmen? Und warum betören einen Volkslieder noch heute? Persönliche Antworten vom Subéja-Trio hätte man gerne
erfahren.


Karte
zur Startseite

von
erstellt am 31.Mai.2017 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen