Besuch beim Bergdoktor

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Ich war in Ellmau auf dem auf den Gruber Hof , wo die Fernsehserie mit Hans Sigl spielt

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28. Juni 2018, 14:52 Uhr

Im April lese ich in einem Zeitungsartikel, dass seit Jahren Fans des Bergdoktors in Massen zu den Schauplätzen der Serie pilgern. Ich schmunzle etwas, denn in unserem Urlaub haben wir genau das getan. Unser Skikursus für Anfänger fiel leider aus, dadurch hatten wir freie Zeit und konnten noch einmal neu planen. Warum denn nicht zum Bergdoktor fahren?

Frei nach dem Motto „Abenteuer, wir kommen“, finden wir uns in der Touristik-Information Ellmau in Tirol ein und werden mit einem Banner, das im Großformat quer durch den Raum hängt, mit den Worten „Herzlich Willkommen im Bergdoktordorf Ellmau am Wilden Kaiser“ begrüßt.

Und schon steht er mit seinem charmantesten Lächeln vor uns. Martin Gruber alias der Bergdoktor. Sekunden nur schlägt mein Herz einen Takt schneller, dann erkenne ich, dass es „Gott sei dank“ nur eine Papp-Figur ist, die vor uns steht. Eine Mitarbeiterin händigt mir einen Ortsplan von Ellmau aus, in dem sie den Weg zur Film-Praxis des Doktors markiert. In nur 20 Minuten Fußmarsch können wir auf dem Hinterschnabel-Hof im Ortsteil Faistenbichl sein, erzählt sie uns, und sofort machen wir uns auf den Weg.

Die Sonne scheint, die Weißache rauscht neben uns, und es fehlen mir eigentlich nur noch ein schickes Dirndl, Wanderschuhe und ein Edelweiß im Haar. Kleine Schilder weisen uns den richtigen Weg durch diese herrliche Landschaft. Oben angekommen, nimmt mich der Bergdoktor-Blues richtig gefangen, denn hier erwartet uns ein zünftiges Tiroler Bauernhaus, das mir seltsam vertraut ist. Im Film nicht zu sehen ist, dass es im hinteren Teil stark renovierungsbedürftig ist. Eine Wahnsinns-Aussicht gibt es gratis dazu. Dem Bergdoktor so nahe zu sein, das hat schon was. Ich fange an zu träumen und sehe, wie sich der Praxiseingang öffnet und Martin Gruber im weißen Arztkittel mit Sonnenbrille heraus kommt, um mich in sein Sprechzimmer zu bitten und danach zu einem Kaffee auf den Gruber Hof einlädt. Auf einer Informationstafel steht, dass die Innenräume der Praxis besichtigt werden können. Leider nicht heute, sondern an zwei anderen Tagen in der Woche. Wir können eben nicht alles haben, denke ich, aber dafür sind wir ganz alleine hier oben.

Später erzählt mir die Bäckerin unten im Dorf, dass Ruhezeit bis Anfang Mai ist, und dann kommen sie wieder, die Busse, die scharenweise Touristen bringen und das ganze Dorf bevölkern.

Mit einem Linzerauge im Mund, fahren wir dann weiter ins zwei Kilometer entfernte Going. Hier sind weitere Schauplätze des Films. Der Dorfplatz mit dem Brunnen, der Gasthof „Zum wilden Kaiser“ und die Bergdoktor-Apotheke. Alles wirkt klein und liegt ganz nah beieinander. Am Bildschirm Zuhause kommt das viel großflächiger rüber.

Ich möchte bleiben bis der Bergdoktor vorfährt, weil er ein Medikament für seine Patientin benötigt. Und noch bevor die hübsche Apothekerin ihn anlächelt, hätte ich meinen Auftritt. Leider kann das schon deshalb nicht passieren, weil die Apotheke in Drehpausen, wie gerade jetzt, das Gemeindehaus von Going ist. Direkt nebenan, im Gasthof „Zum wilden Kaiser“, sitzen auch keine Gäste. Ich hatte vermutet, dass dieses Haus im wirklichen Leben auch ein Gasthof sei und wir dort Leberkäse und eine Maß Bier zu uns nehmen könnten. Nachdem ich einige Fotos von dieser Kulisse gemacht habe, lehne ich mich noch einen Moment an den Brunnen während die Sonne, genau wie im Film, langsam hinter den Bergen verschwindet.

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