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Neue Vereinbarung : Bessere Förderung an Waldorfschulen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bildungsministerin Britta Ernst war in Einfeld zu Gast, um einen Kooperationsvertrag zu unterzeichnen.

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erstellt am 24.Jun.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Thomas Felmy von der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Waldorfschulen Schleswig-Holstein (LAG) sprach gestern Vormittag von einem „wichtigen Meilenstein“: Gemeinsam mit Bildungsministerin Britta Ernst unterzeichnete er in der Waldorfschule in Einfeld einen Kooperationsvertrag zwischen dem Land und der LAG, der dafür sorgen soll, dass künftig mehr inklusiver Unterricht an den zwölf Waldorfschulen im Land angeboten wird. Das bedeutet, das Kinder mit und ohne Behinderungen oder speziellem Förderbedarf gemeinsam unterrichtet werden.

In Neumünster stieß die neue Vereinbarung auf große Zustimmung. Inklusiver Unterricht ist an der Waldorfschule am Roschdohler Weg bereits seit 15 Jahren ein festes Thema im Schulalltag. „Bei uns gibt es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf keine eigenen Klassen. Die Schüler, aktuell 19 von 300, bleiben in ihren Klassen und erhalten dort die zusätzlichen Hilfen, die sie benötigen“, erklärte Förderlehrer Harald Salzmann.

Dank der neuen Regelung können künftig auch Kinder an der Schule unterrichtet werden, die beispielsweise seh- oder hörgeschädigt sind. „In diesem Fall bekämen wir jetzt die nötige Unterstützung vom Land“, sagte Salzmann. Die Schulen erhalten künftig Hilfe vom „Fachteam Inklusion“, in dem alle Sonderschullehrer der schleswig-holsteinischen Waldorfschulen zusammengeführt wurden.

Weil dieses Team jedoch über keine Lehrer verfügt, die Kinder mit den Förderschwerpunkten Hören, Sehen sowie körperliche und motorische Entwicklung unterrichten können, kommen die Landesförderzentren ins Spiel. Sie helfen unter anderem bei der Beratung und Unterstützung der Waldorfschulen und der Eltern in allen Fragen des Schulunterrichts und der Gestaltung des schulischen und häuslichen Arbeitsplatzes. Zudem wirken sie bei den Prüfungen mit.

Eine solche Vereinbarung sei bislang einzigartig in Deutschland, sagte Britta Ernst: „Die Waldorfschulen in Schleswig-Holstein sind bundesweit Vorreiter bei der inklusiven Beschulung in Waldorfschulen.“

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