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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : Bessere Chancen nach Herzstillstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

FEK ist jetzt „Zentrum für Herzstillstand und Wiederbelebung“. Zwei Plätze auf der Intensivstation stehen dafür bereit

von
erstellt am 03.Mai.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Patienten, die nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand reanimiert werden und ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus kommen, haben jetzt noch bessere Überlebenschancen. Das FEK ist mit zwei speziell hergerichteten Plätzen auf der Intensivstation jetzt „Cardiac Arrest Center“, zu deutsch: „Zentrum für Herzstillstand und Wiederbelebung“, und damit einer der Vorreiter in Schleswig-Holstein.

„Cardiac Arrest Center, das hört sich hochtrabend an. Die Expertise hatten wir schon vorher“, sagte Holger Brammer, der Oberarzt der Intensivmedizin, und verweist auf rund 80 wiederbelebte Patienten, die pro Jahr im FEK behandelt werden. Neu sind standardisierte Verfahren und Abläufe, die rund um die Uhr die verschiedenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sicherstellen. Verschiedene Fachabteilungen wie die Intensivmedizin und die Neurologie arbeiten hier zusammen.

Es gibt im FEK eine 24-Stunden-Herzkatheter-Bereitschaft und die Möglichkeit zur gezielten und überwachten Kühlung der Patienten auf 32 bis 34 Grad Körpertemperatur. Warum macht man das? Hier werden Erfahrungen mit Menschen genutzt, die im Eis eingebrochen waren. Die Unterkühlung verlangsamte ihren Stoffwechsel so, dass auch nach längerem Herzstillstand das Hirn nicht geschädigt war. Wird das Hirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, drohen irreparable Schädigungen.

Das FEK hat nicht nur etwa 50  000 Euro in die Kühlgeräte investiert, sondern auch ein spezielles Narkoseverfahren mit Narkosegas etabliert, erläuterte Gunnar Plitz, Fachpfleger auf der internistischen Intensivstation. Ein Gerät zur Überwachung der Hirnströme steuert dabei die Narkosegabe. „Das ist für die neurologische Beurteilung wichtig. Der Patient muss schnell aufwachen“, so Brammer. Das sei nur mit einer Gasnarkose möglich.

Chefarzt Professor Dr. Andreas Schuchert lobte die enge Teamarbeit von pflegerischer und ärztlicher Seite bei der Schaffung des Zentrums. Das FEK will sich noch dafür speziell zertifizieren lassen. Zwei Voraussetzungen (die Mindestpatientenzahl von 50 und entsprechende Schulungen) hat das FEK schon erfüllt. Dr. Lennart Bartolitius, Assistenzarzt in der Inneren Medizin, ist als Experte auf dem Gebiet sogar befugt, andere Zentren auszubilden.

„Studien zeigen, dass selbst Umwege von bis zu einer Stunde sinnvoll sind, um so ein Zentrum für Herzstillstand und Wiederbelebung zu erreichen, damit der Patient möglichst gut versorgt wird“, sagte Holger Brammer. „Wir haben hier eine verbriefte Qualität – 24 Stunden am Tag“, sagte Chefarzt Schuchert.

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