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Medizintechnik : Bessere Bilder bei weniger Strahlung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Friedrich-Ebert-Krankenhaus investiert eine Million Euro in eine hochmoderne Herzkatheter-Anlage / 3-D-Ansichten erleichtern Operationen

von
erstellt am 19.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Als eine der ersten Kliniken in Norddeutschland hat das Friedrich-Ebert-Krankenhaus in eine neuartige Technologie zur Diagnose und Behandlung von Herzpatienten investiert. Von der so genannten „Linkskatheteranlage“ werden nach Schätzung der Klinik pro Jahr rund 1800 Patienten mit Herzerkrankungen profitieren.

Die rund eine Million Euro teure Maschine wurde in den vergangenen vier Wochen im Krankenhaus aufgebaut und ist seit Anfang vergangener Woche in Betrieb. Sie löst eine 16 Jahre alte Vorgängeranlage ab, die nach Auskunft der Klinik nicht mehr dem aktuellen Stand der Medizintechnik entspricht. Außerdem habe der Hersteller nicht mehr garantieren können, alle Ersatzteile für die Anlage nachliefern zu können, sagte gestern ein Fachmediziner. Professor Dr. Andreas Schuchert, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie am FEK, sprach gestern bei der Präsentation der Hightech-Anlage von einer „deutlichen Verbesserung der Patientenversorgung“ und neuen Möglichkeiten der Behandlung.

Die neue Technologie am Herzkathetermessplatz arbeitet nicht mehr mit einer herkömmlichen Röntgenbildverstärkerkamera, sondern mit einem empfindlichen Flachdetektor. Stark vereinfacht ist das neue Gerät eine Art überdimensionaler hochempfindlicher Camcorder, der sich automatisch und mit hoher Geschwindigkeit frei um das Herz des Patienten bewegt. Binnen Sekunden können so nahezu in Echtzeit dreidimensionale Bilder oder Filme vom Herzen und den umgebenden Gefäßen auf Monitore übertragen werden, was den Herzspezialisten die Handgriffe zum Beispiel bei der Implantation von Gefäßstützen am Herzen (Stents) oder der Behandlung von Herzrhythmusstörungen erheblich erleichtern soll.

Darüber hinaus soll die neue Technologie die Strahlenbelastung für den Patienten, aber auch für das OP-Personal, deutlich senken. Das Gerät berechnet laufend automatisch, welche Röntgendosis tatsächlich notwendig ist, um klare Bilder zu erstellen und regelt entsprechend nach. „Bei gleicher oder sogar verbesserter Bildqualität haben wir die Strahlendosis halbiert“, unterstrich Prof . Schuchert bei der Vorführung.

Mit dem Einbau der neuen Maschine hat das Krankenhaus auch die Klimatechnik am Herzkatheterplatz erneuert. Eingriffe wie etwa der Einbau von Stents sind nur in nahezu staubfreien Räumen möglich.

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