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Boostedt : Besonders die jungen Flüchtlinge brauchen Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Willkommen in Boostedt“ will den Flüchtlingen helfen, Fuß zu fassen.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 06:45 Uhr

Boostedt | Boostedt setzt sich aktiv für die Belange der Flüchtlinge ein, die voraussichtlich im Frühjahr 2015 Teile der Rantzau-Kaserne beziehen werden. Parallel zu dem von der Kirche angeregten „Arbeitskreis Flüchtlingspatenschaft“ hat sich der Verein „Willkommen in Boostedt“ gegründet. „Wir wollen nicht gegen die Gemeinde und nicht gegen die Kirche arbeiten. Wir wollen den Menschen ein vernünftiges Willkommen bieten“, erklärte der Vorsitzende Franz Strompen (62) während eines ersten öffentlichen Treffens im Hof Lübbe, zu dem 24 Besucher gekommen waren.

Der Wirtschaftswissenschaftler und Firmeninhaber Strompen hat bereits mit jungen, unbegleiteten Flüchtlingen aus Afghanistan gearbeitet und kennt ihre äußerst schwierigen Lebensumstände: „Das sind Leute, die in ihrer Heimat alles verloren haben und die zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen von Schlepperbanden nach Deutschland gelangt sind. Ich weiß von jungen Menschen, deren Eltern sich in die Sklaverei verkauft haben, um den Kindern die Flucht zu ermöglichen. Die Menschen stehen dann am Bahnhof und haben bisweilen nichts als eine Plastiktüte dabei, in der ihr Hab und Gut ist.“

Auch zur Arbeitssituation von Flüchtlingen konnte Franz Strompen Informationen bieten: Asylsuchende, die sich mindestens seit drei Monaten in Deutschland aufhalten, dürfen demnach erst dann eine Arbeitsstelle annehmen, wenn sich kein EU-Bürger dafür findet.

Die 2. Vorsitzende des Vereins ist Julika Kundikow aus Boostedt, die über ihr Gespräch mit Petra Markowski-Bachmann berichtete, die die Migrationsarbeit beim Deutschen Roten Kreuz in der ehemaligen Scholtz-Kaserne in Neumünster leitet. Demnach sind Kinderbetreuung, Deutschunterricht, die medizinische Versorgung und die Freizeitgestaltung die Kernaufgaben des Betreuungsverbunds. „Ehrenamtliche Hilfe benötigen aber insbesondere junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren und dabei besonders die Frauen. Darüber hinaus ist die Vermittlung von Deutschgrundkenntnissen elementar, dafür muss man auch keine Lehrerausbildung haben“, erklärte Julika Kundikow und machte klar: „Verbindlichkeit ist der wichtigste Punkt.“
Neben ausführlichen Informationen gab es auch schon konkrete Anregungen wie Begleitung beim Einkaufen oder den Vorschlag, Kinder in Kontakt mit (Haus-) Tieren zu bringen. Geplant ist die Bildung von Arbeitsgruppen, die Suche nach Räumen für Begegnungen außerhalb der Kaserne, die Einbindung der hiesigen Vereine sowie ein Treffen mit einem Imam, der Auskunft über den Islam geben kann.

Der Verein hat zur Zeit 14 Mitglieder. Jeder kann ihm beitreten für eine Jahresgebühr von 5 Euro. Unter www.Willkommen-in-Boostedt.de wird der aktuelle Arbeitsstand veröffentlicht und auch der Termin für das nächste Treffen bekannt gegeben, zu dem nicht nur Mitglieder geladen sind.


 

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