Wettkampf der Vielfalt : Besonderer Schwimmtag immer beliebter

Ein sportliches Kräftemessen lieferten sich diese Schwimmerinnen beim Kopf-an-Kopf Rennen.
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Ein sportliches Kräftemessen lieferten sich diese Schwimmerinnen beim Kopf-an-Kopf Rennen.

Die Teilnehmerzahl sprengte beim Wettkampf der Vielfalt fast den Rahmen. Im kommenden Jahr muss die Veranstaltung wohl ausgeweitet werden.

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06. Juli 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Der zweite Wettkampf der Vielfalt war ein riesiger Erfolg : Mehr als 177 Sportler mit und ohne Behinderung sind über 555 Mal am Sonnabend im Bad am Stadtwald an den Start gegangen, um sich miteinander in verschiedenen Schwimmdisziplinen zu messen. „Gäbe es noch mehr Teilnehmer, hätte ein Veranstaltungstag nicht ausgereicht. Daher überlegen wir, das Fest im nächsten Jahr auf eineinhalb Tage zu strecken“, freute sich Mitorganisator Guido Schwartze vom Polizei SV – Union über die rege Teilnahme.

„Das ist ein Beweis, dass das Thema erlebt werden muss. Die Resonanz kommt auf ganz positive Weise“, meinte auch die Paralympics-Siegerin Kirsten Bruhn. Die Weltklasseschwimmerin aus Wasbek hatte wie schon im vergangenen Jahr die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen, in diesem Jahr gesellte sich Innenminister Stefan Studt hinzu.

„Wir sind den Schwimmcup in der Tat in diesem Jahr professioneller angegangen. So gibt es in diesem Jahr ein großes Rahmenprogramm, und wir verleihen auch erstmalig den Preis der Vielfalt“, führte Guido Schwartze aus. Der Preis ging an Kersten Andresen (50) vom Verein Lichtblick für ihr Engagement für Inklusion. „Ganz wichtig ist mir, dass ich den Preis stellvertretend für all diejenigen annehme, die sich täglich um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung kümmern“, betonte Kersten Andresen, die hauptberuflich in der Pflegeberatung für die Stadt tätig ist. Der Wettkampf, bei dem Ranglistentabellen fortgeschrieben werden konnten, wurde im 50-Meter-Becken des Freibads ausgetragen.

In regelmäßigen Abständen sprangen die Schwimmer ins Wasser, am Beckenrand herrschte heiterer Trubel, und zeitverzögert wurden die Siegerehrungen gefeiert. Heike Holm aus Bad Bramstedt gewann den ersten Platz beim 50 Meter-Freistil-Schwimmen der Damen gund fasste die angenehme Atmosphäre so zusammen: „Ob mit oder ohne Behinderun, jeder ist aufgeregt und fragt sich ‚Schaffe ich das?‘“ Auch zwei weitgereiste Sportlerinnen haben Medaillen abgesahnt: Grace Ryken (16) und ihre Schwester Delaney (13) aus Iowa sind zurzeit in Neumünster, weil ihr Vater für vier Monate bei der Firma Danfoss arbeitet. Sie traten für die Startgemeinschaft Neumünster an.

Die ungewöhnliche Aufmachung der Medaillen – klein wie ein Fünf-Cent-Stück und in den Farbtönen der Veranstaltung - ließ auch die beiden Amerikanerinnen nachfragen. „Wir haben auf das typische Gold, Silber, Bronze verzichtet“, erklärte Guido Schwartze. „Außerdem sind sie klein, damit man sie als Kette tragen kann. Der Gewinn soll keine Momentaufnahme sein, sondern in den Alltag mitgenommen werden.“

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