Beschlussmarathon in Krogaspe

Ehrung für 20 Jahre Kommunalpolitik

shz.de von
14. Juli 2015, 11:06 Uhr

24 Tagesordnungspunkte und 20 Gäste. Das schien einen langen Abend zu verheißen und verdeutlichte das große Interesse der Krogasper an der Arbeit ihrer Gemeindevertreter. Hitzig wurde es nur, als es um das Gemeindefest ging.

Armin Siebken von der Wählergemeinschaft Aktive Demokratische Wählergemeinschaft Krogaspe (ADW) fragte seine Kollegen von der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG), warum sie sich nicht an den Vorbereitungen zum Gemeindefest beteiligt hätten. Die vier KWG-Vertreter begründeten ihr Fernbleiben mit dem ungünstigen Termin am Pfingstwochenende.

Unausgesprochen stand das Wort „Boykott“ im Raum. Nach einigem Hin und Her entschärfte Bürgermeister Nils Höfer die Situation, indem er feststellte: „Das Wohl der Gemeinde sollte für alle Vertreter an erster Stelle stehen, unabhängig von KWG und ADW. Ich hoffe, dass beim nächsten Mal alle an einem Strang ziehen. Und zwar in die gleiche Richtung“. Für seine klaren Worte erntete der Bürgermeister anerkennendes Klopfen von den Gästen.

Schlechte Fahrradwege, ungenügende Beschilderungen und defekte Regenabflüsse wurden von den Einwohnern bemängelt. Höfer versprach, sich zu kümmern. Die ausführlichen Mitteilungen des Bürgermeisters zum rasant gewachsenen Verkehrsaufkommen in Krogaspe durch die Verbreiterung der A7, zum vermehrten Schwerlastverkehr im Zuge des Ausbaus des Industriegebietes Nord in Neumünster und zur Ablehnung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Kreisstraße 11 wurde von den Gästen zwar kopfschüttelnd, aber kommentarlos hingenommen.

Danach ehrte Nils Höfer Wolfgang Haaf (ADW) für 20 Jahre ehrenamtliche Arbeit als Gemeindevertreter. Haaf war von 1998 bis 2008 Bürgermeister in Krogaspe. Höfer stellte während seiner Laudatio den Mut, die Offenheit und die Entschlussfreudigkeit Haafs heraus.

Als hätte die sehr persönliche Rede sämtliche Gemeindevertreter versöhnt, wurden die folgenden Anträge – wie zum Beispiel die Anbringung von Verkehrsspiegeln an unübersichtlichen Kreuzungen, die Erstellung von Inventarlisten und Schlüsselverzeichnissen, das Ausweisen von Bauplätzen und die Bezuschussung eines Sicherheitstages für Kinder – einstimmig angenommen.  

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