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Aktion Adventslicht : Bescherung für Niklas mit Schuhen und Spielzeug

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aktion Adventslicht bedachte einen geistig behinderten Jungen (9) und seine Geschwister / Alleinerziehende Mutter Rebekka Dubral (34) war überrascht und dankbar für die Hilfe

shz.de von
erstellt am 17.Dez.2016 | 10:00 Uhr

Neumünster | Mit vier Kindern ist es für eine alleinstehende Mutter ohnehin nicht leicht. Rebekka Dubral (34) aus der Innenstadt meistert ihr Schicksal, so gut es geht. Doch ihr Sohn Niklas (9) ist ein Sorgenkind – und da war es für sie eine große Überraschung und Freude, als die Aktionsgemeinschaft zur Förderung Behinderter und Benachteiligter auf sie und ihre Kinder aufmerksam wurde. Die kleine Familie wurde im Rahmen der Aktion Adventslicht jetzt vorweihnachtlich beschert.

Niklas geht auf die Fröbelschule und ist geistig behindert. Er leidet unter einer Lernschwäche und ist zurückgeblieben. „Er wurde in der Klinik Pelzerhaken als Fünfjähriger getestet, er war auf dem Sprachniveau eines Zweijährigen“, erzählt die Mutter. Zunächst ging Niklas auf die Johann-Hinrich-Fehrs-Schule, doch dort war er überfordert. „Er wurde aggressiv“, sagt Rebekka Dubral. Auf der Fröbelschule wurde es besser, da der Junge dort entsprechend gefördert wurde – er erhält Sprachtherapie, und im Sportunterricht wird seine Motorik gefördert. Er ist ein fröhlicher Junge und erzählt, dass er am liebsten Mathematik und Deutsch mag – und auch Sport gefällt ihm gut. „Er ist jetzt seit drei Jahren auf der Fröbelschule, er ist ruhiger und macht Fortschritte. Nach einer Mandeloperation hoffen wir auch, dass er sich jetzt besser verständigen kann“, sagt die Mutter, die sich fünf Jahre allein um ihre Kinder kümmerte. „Ich war mit meiner Kraft am Ende. Dann habe ich vom Jugendamt Unterstützung bekommen, auch von der Familienhilfe und der Lebenshilfe. Das hat mich aufgebaut.“

Ein zweites Sorgenkind ist sein Bruder Marcel (13); dieser lebt allerdings nicht bei seiner Mutter, sondern in einer stationären Einrichtung in Eckernförde. Auch er war hyperaktiv und aggressiv, aber in der Wohngruppe, in der er jetzt lebt, geht es ihm gut. „Ich hoffe, dass er dort eine Ausbildung absolvieren und dann wieder zu mir zurückkommen kann“, sagt Rebekka Dubral. Sie war völlig überrascht, als sie von der Aktion Adventslicht angerufen wurde. Ihr Sohn Jan (11) – der kein Handicap hat und auf die Hans-Böckler-Schule geht – sah ihre Reaktion und fragte: „Mama, warum bist Du so baff?“ Das vierte Kind ist der Sonnenschein der Familie: Die kleine Nancy (2) entwickelt sich ganz normal, geht in die Kita Schubertstraße und zieht ihren Bruder Niklas mit, ermahnt ihn, nicht zu trödeln oder hilft ihm im Alltag. „Sie ist für ihn ein Vorbild“, sagt die Mutter mit einem Lächeln. Die gelernte Hauswirtschaftshelferin erhält Arbeitslosengeld und würde gerne, wenn die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, in Teilzeit arbeiten, zum Beispiel in einem Altenheim. Geld für Extra-Ausgaben sind im schmalen Familienetat nicht drin – „ich muss das Geld zusammenhalten. Aber die Kinder müssen ordentlich aussehen, vor allem die Schuhe sind wichtig.“ Daher ging es auch zu Deichmann, um mit Hartmut Tempel von der Aktionsgemeinschaft für alle Kinder Schuhe zu kaufen. Außerdem gab es noch Bekleidung und Spielzeug.

Seit 25 Jahren bedenkt die Aktion Adventslicht – unterstützt vom Holsteinischen Courier – Familien, die ohne eigenes Verschulden in Not geraten sind. Die ehrenamtlichen Mitglieder der Aktionsgemeinschaft gehen mit den Betroffenen los, um ihnen mit Kleidung, aber auch therapeutisch sinnvollen Dingen zu helfen. Alle Spenden werden als Sachspenden ohne Verwaltungsaufwand weitergegeben.

An allen Adventssonnabenden hat der Courier über Einzelschicksale berichtet. Wer helfen möchte: Ein Spendenkonto ist bei der Sparkasse Südholstein eingerichtet; IBAN: DE 23 2305 1030 0000 2828 20.

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