Schullandschaft : Berufsschulen boomen

Die Helene-Lange-Schule an der Roonstraße wird aufgelöst.
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Die Helene-Lange-Schule an der Roonstraße wird aufgelöst.

Schülerzahlen bei den allgemein bildenden Schulen gehen dagegen zurück

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31. Januar 2015, 13:00 Uhr

Neumünster | Die Schullandschaft in Neumünster verändert sich weiter rasant. Das zeigt eine Übersicht für den Schul-, Kultur- und Sportausschuss, der am Donnerstag, 5. Februar, parallel zur Schulmesse um 18 Uhr im Holstenhallen-Restaurant tagt.

Die Zusammenstellung zeigt die Entwicklung der Schülerzahlen seit dem Schuljahr 2006/07 und dabei einige aufschlussreiche Trends. Dass die Schülerzahlen heute mit gut 18  000 um etwa 250 höher liegen als vor neun Jahren, ist allein dem Boom der berufsbildenden Schulen zu verdanken. An der Walther-Lehmkuhl-Schule, der Elly-Heuss-Knapp-Schule und der Theodor-Litt-Schule werden 7130 Schüler unterrichtet. Das sind 1200 mehr als 2006/07. Dabei überrascht nicht, dass fast zwei Drittel der Berufsschüler von auswärts und nicht aus Neumünster kommen.

Entsprechend rückläufig sind die Zahlen an den allgemein bildenden Schulen der Stadt. Ihre Zahl ging um rund 950 Schüler auf jetzt noch knapp 10  900 zurück. Noch dramatischer ist der Schwund an den Grundschulen, die seit 2006/07 allein mehr als 400 Abc-Schützen verloren haben. Dass die Grundschülerzahlen seit zwei Schuljahren wieder steigen, ist ein kleiner Lichtblick. Langfristig geht die demografische Entwicklung in die andere Richtung.

Inzwischen sind bekanntlich ja auch schon ganze Schulen aufgelöst (Wippendorfschule, Theodor-Storm-Schule) oder zusammen gelegt worden (Uker Schule und Grundschule Faldera). Weitere werden folgen, etwa die Helene-Lange-Schule und die Wilhelm-Tanck-Schule. Und Stadtteile wie Wittorf und Gadeland haben weiterführende Hauptschul-Zweige an ihren Schulen verloren und sind nur noch Grundschulstandort.

Tungendorf wird folgen. Wenn die letzten Regionalschüler an der Pestalozzischule (und an der Helene-Lange-Schule) ihren Abschluss in der Tasche haben, ist die Episode Regionalschule in Neumünster beendet. Die Eltern haben mit den Füßen anders abgestimmt.

Als Regelschulen im Sekundarbereich gibt es nur noch das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule. Rechnet man die beruflichen Gymnasien, Fach- und Berufsoberschulen hinzu, ist das Gymnasium mit knapp 4700 Schüler stärkste Schulart. Die Gemeinschaftsschulen und Regionalschulen kommen auf 4200 Schüler, die Förderzentren auf 230. Letztere werden sich von einstmals vier absehbar auf zwei halbiert haben.

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