Neumünster : Beliebtes Sprungbrett in den Norden

Urlaub bei Oma und Opa in Neumünster: Tarit(11) aus Mannheim genießt das Frühstück mit seinen Wittorfer Großeltern Christa und Siegfried Schmidt.
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Urlaub bei Oma und Opa in Neumünster: Tarit(11) aus Mannheim genießt das Frühstück mit seinen Wittorfer Großeltern Christa und Siegfried Schmidt.

Urlauber aus und nach Skandinavien schätzen die Jugendherberge im Kiek In als Zwischenstation. Die meisten bleiben nur kurz.

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20. August 2018, 16:52 Uhr

Roland Schmidt hat schon einen langen Autobahn-Tag mit rund 700 Kilometern hinter sich, als er den Familienkombi am späten Nachmittag in der Gartenstraße ausrollen lässt: „Jetzt erstmal durchschnaufen, vielleicht noch irgendwo Essen gehen und nicht zu spät in die Koje“, hat er sich mit seiner Frau Saskia überlegt. „Schließlich geht’s morgen Vormittag nach Kiel auf die Oslo-Fähre – und die wartet nicht extra auf uns!“

Drei Wochen lang wollen die Schmidts mit ihrem Sohn Andreas (12) an Südschwedens Küsten urlauben. „Bei hoffentlich nicht ganz so brütender Hitze und bitte ohne Waldbrände“, wie Ehefrau Saskia ergänzt.

Den Zwischenstopp in Neumünster hat Roland Schmidt schon vor Wochen übers Internet ausgesucht: „Ich wollte möglichst dicht an die Fähre ran, aber in Kiel gab’s kein günstiges Quartier mehr am Wasser“ sagt der Ingenieur aus Stuttgart. Also fiel die Wahl auf die Jugendherberge in Neumünster: „Die liegt strategisch günstig . . .“

Das wissen offenbar auch andere Urlauber zu schätzen: „Reisende von und nach Skandinavien machen derzeit einen Großteil unserer Besucher aus“, bestätigt Rezeptionschefin Jennifer Jagusch (36): „Auf dem Weg nach Norden wollen viele Reisende Hamburg und den Elbtunnel hinter sich lassen, bevor es am nächsten Tage auf die Fähre oder über die Grenze nach Dänemark geht. Auf der Rücktour machen dann viele wieder bei uns Station“, erklärt die Hotelfachfrau. Seit sieben Jahren managt sie den Hotel- und Herbergsbetrieb im Tagungszentrum an der Gartenstraße, ein Job, der ihr bis heute Spaß macht: „Ich habe vorher in einem normalen Hotel gearbeitet, aber hier ist es viel abwechslungsreicher,“ freut sich Jagusch: „Wir sind ein sehr buntes Haus mit einem sehr gemischten Publikum.“

Das fällt sofort jedermann auf, der morgens den Frühstücksraum betritt:

An einem langen Tisch schmiert sich eine Gruppe Schüler laut plappernd knackige Frühstücksbrötchen. Die jungen Stipendiaten aus Niedersachsen bereiten sich im Kiek In in einem einwöchigen Seminar auf ihre künftige Rolle als Studenten vor.

Zwei Tische weiter schmieden Christa und Siegfried Schmidt mit ihrem Enkel Tarit (11) bei Kaffee und Kakao Pläne für den Tag: „Wir frühstücken gerne mal auswärts, und hier ist es schön unkompliziert“, erklären die beiden Wittorfer Großeltern, die ihrem Enkelbesuch aus Mannheim heute zum Baden im Padenstedter Forellensee eingeladen haben.

Jennifer (18) und Gaby (17) haben sich mit ihren Müslischälchen in die Morgensonne auf die Terrasse zurückgezogen. Eigentlich sind die beiden Radtouristinnen schon spät dran, sie wollen heute Abend noch im Dieksee baden. „Wenn wir unterwegs noch was angucken wollen, müssen wir bald los“, rechnen sich die beiden Radlerinnen aus.

Beate und Norbert Gunkel lassen es ruhiger angehen: „Wir sind ja im Urlaub“, sagt Beate Gunkel und holt sich noch schnell einen Becher Kaffee. 14 Tage hat sich das Lehrer-Ehepaar aus Thürigen für seine Rundtour durch Schleswig-Holstein und Dänemark Zeit genommen und dabei schöne Ecken und Landstriche von Kopenhagen bis Husum, der Partnergemeinde ihrer Heimatregion Heiligenstadt, kennengelernt.

Das Paar schätzt im Urlaub die ungezwungene Atmosphäre der Jugendherberge: „Wir brauchen keine Spitzendeckchen auf dem Frühstückstisch“, erklärt Beate Gunkel. Stattdessen nutzt das Paar gern das kleine Service-Plus der Herbergen, von dem sie auch im Kiek In wieder profitiert haben: „Hier gab’s gleich an der Rezeption reichlich Infos über Stadt, Lokale und Sehenswürdigkeiten, und ein Mitarbeiter der Rezeption hat uns gleich noch mit ein paar Insider-Tipps für Kopenhagen versorgt“, freut sie sich. „Da haben wir auf der Rücktour gleich wieder eingecheckt.“

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