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Holsteinischer Courier

16. Dezember 2017 | 05:01 Uhr

Grossenaspe : Bekommt Großenaspe AKW-Schutt?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Einlagerung auf der Deponie ist im Gespräch.

Grossenaspe | Unter den Großenasper Bürgern macht sich seit vergangener Woche Unruhe breit. Die Deponie Klasse 1 der Großenasper Entsorgungsgesellschaft (GEG) gehört zu den sieben infrage kommenden Standorten im Land, an denen zukünftig möglicherweise belasteter Bauschutt aus dem beschlossenen Rückbau der Atomkraftwerke (AKW) eingelagert werden soll.

Dies bestätigte Großenaspes Bürgermeister Torsten Klinger (CDU) gestern auf Anfrage. Am vergangenen Mittwoch habe es dazu bisher jedoch nur ein informelles Gespräch mit Umweltminister Robert Habeck (Grüne) gegeben. Geladen waren dazu die sieben Betreiber sowie die Bürgermeister der Gemeinden, in denen die Betriebe ansässig sind.

Im Kreis Segeberg liegen demnach mit Damsdorf/Tensfeld (Betreiber: Wege-Zweckverband) und Großenaspe (Betreiber: GEG) zwei Standorte.

„In dem Gespräch wurde erläutert, dass es ausschließlich um nicht recycelbaren Müll mit vernachlässigbarer Radioaktivität (‹ 10 mμ Sv (Sievert) gehe. Auch liege der Radioaktivitätswert des Materials weit unter der Alltagsbelastung der Menschen“, berichtete Klinger. Insgesamt gehe es innerhalb der nächsten 22 Jahre um 35 000 Tonnen Material für die drei schleswig-holsteinischen Meiler. „Ich sehe das als neue Herausforderung für die Gemeinde. Deshalb habe ich für Mitte Juli eine Einwohnerversammlung geplant, bei der sich dann auch das Ministerium vor den Bürgern erklären soll“, teilte er mit.

Erste Information dazu soll es jedoch schon auf der Gemeindevertreterversammlung am kommenden Mittwoch, 8. Juni, ab 20 Uhr in Timms Gasthof geben. Dabei sein wird dann auch der Geschäftsführer der GEG, Reimer Brüggen. Dieser erklärte auf Anfrage, dass bisher keine konkrete Anfrage aus dem Ministerium vorliege. „Es hat mehrere Gespräche gegeben. Und natürlich beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema. Aber wir werden uns nicht darum reißen, dieses Material bei uns einzulagern“, sagte er.

Als Mitglieder der CDU-Fraktion formulierten Ronald Krüger, Stefan Mehrens und Eggert Stölting gestern bei einem Ortstermin am Wasserwerk ihre Bedenken. „Wir wollen keine Ängste schüren. Aber wir wollen uns frühzeitig wehren. Denn wenn es nur sieben Standorte im Land gibt, kann der Bauschutt nicht ohne sein“, lautete die Mutmaßung. Sorge bereitet ihnen insbesondere die Nähe des Wasserwerks zur Deponiefläche. „Schließlich werden von hier aus 3000 Menschen mit Trinkwasser versorgt. Damit hat dieses Vorhaben für uns eine hohe Wertigkeit, bei dem wir aufpassen müssen, dass nicht über unsere Köpfe hinweg Fakten geschaffen werden“, erklärten sie.

Als Fraktionschef der BfB erklärte Holger Altenscheidt, dass der Bauschutt ja  irgendwo hin müsse. Niemand wolle so etwas vor seiner Tür. Doch es sei eine gesellschaftliche Aufgabe, sich mit diesem sensiblen Problem auseinanderzusetzen. „Wichtig ist für mich, dass die Entsorgung immer nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgt und entsprechende fortlaufende Prüfungen die Einlagerung begleiten“, sagte er. Die SPD mochte noch keine Stellungnahme abgeben. „Über dieses Thema haben wir noch nicht intern gesprochen und beraten“, sagte Fraktionssprecher Friedrich-Karl Ulrich. Die FPD wollte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht äußern.


 

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