zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 18:33 Uhr

Theater : Beklemmendes Stück über Gruppenzwang

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schüler der Theodor-Litt-Schule zeigten das Schauspiel „DNA“ von Dennis Kelly.

Neumünster | Mit Erfolg hat sich die Theodor-Litt-Schule (TLS) nach Jahren wieder mit einem Beitrag am Schultheaterfestival beteiligt.

Der 11. Jahrgang des beruflichen Gymnasiums mit dem Schwerpunkt Kommunikation brachte am Sonnabendabend das beklemmende Stück „DNA“ von Dennis Kelly auf die Bühne des Theaters in der Stadthalle. Gut 70 Besucher sahen sich die düstere Handlung um Gruppenzwang und Selbstbestimmung, Ausgrenzung und dem Wunsch, wahrgenommen zu werden, mit Spannung an.

Geleitet hat das Stück Eirik Behrendt, freier Schauspieler und Lehrer für Darstellendes Spiel an der TLS. „Ich wollte den Schülern vermitteln, wie man Präsenz auf der Bühne zeigt und mit Sprache umgeht. Dabei erarbeitet man sich zwangsläufig mehr Bewusstsein für sich selbst. Ich habe bei den Schülern eine positive Entwicklung beobachtet. Am Anfang sind manche verschämt-zaghaft, andere betont cool“, erklärte Eirik Behrendt. „Die Arbeit mit dieser Klasse war ein guter Ausnahmefall“, lobte er weiter.

Für Klassenlehrerin Kerstin Elsenbroich, die bei der Theaterarbeit zusammen mit Marion Brandt-Wiese assistiert hat, war eine andere Beobachtung erfreulich: „Die Klassengemeinschaft hat stark profitiert, die Schüler sind toll zusammen gewachsen.“

Die Schülerin Lisa-Marie Borchardt, die die sadistisch angehauchte Cathy spielte, hat durch das Theaterspiel persönlich etwas dazu gewonnen: „Ich glaube, ich habe mehr Selbstbewusstsein bekommen. Ich war tierisch aufgeregt vor dem Auftritt, aber ich glaube, bei Referaten werde ich künftig gelassener sein.“

In der Geschichte geht es um Schüler, die einen Außenseiter, der unbedingt dazu gehören möchte, erniedrigen und quälen, bis sie ihn für tot halten. Um die Gruppe zu schützen, ersinnt die eiskalte Phil (Luisa Arustamjan) einen durchtriebenen Plan, der schließlich einen Unschuldigen ins Gefängnis bringt. „Was ist wichtiger? Ein Mensch oder alle?“, stellt Phil schließlich eine der Schlüsselfragen des Stücks.

Mit angenehmer Konzentration auf das Wesentliche gab es kaum Bühnendekoration und Requisiten und wenig Gestik. Gelungen war der Einsatz aktueller Medien, so wurden Bilder, die sich die Schüler auf dem Smartphone anschauten, groß auf die Leinwand projiziert. Auch Musik spielte eine Rolle, die die düstere Stimmung betonte.

Der Einstieg war toll, wie ferngelenkte Zombis schritten die Schüler im Halbdunkel auf die Bühne, und es war klar: Hier gibt es nichts zu lachen. Eine reife Leistung.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen