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Polizeibericht : Bekennerschreiben zum Anschlag auf türkischen Verein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Internet reklamieren „Antifaschistische Gruppen“ die Täterschaft für sich. Polizei ermittelt in alle Richtungen

von
erstellt am 26.Apr.2017 | 08:14 Uhr

Neumünster | Zu dem Anschlag vom Oster-Wochenende auf das Vereinsbüro der Deutsch-Türkischen Familienunion an der Joachimstraße gibt es jetzt ein Bekennerschreiben im Internet.

Auf der Seite Linksunten.indymedia.org reklamiert ein anonymer Autor „Antifaschistische Gruppen“ als Urheber. Unter der Überschrift „Türkischen Faschismus bekämpfen überall“ reklamiert der Autor, man habe „zeitgleich in Neumünster und Hamburg mehrere Objekte angegriffen, die aktiv den türkischen Faschismus unterstützen“.

In Neumünster habe man den „faschistischen Verein ATF (Almanya Türk Federasyon) angegriffen. Wir haben die Scheiben zerschlagen und eine Ruß-Granate in den Laden geworfen. Außerdem haben wir die Worte ,Na’ (kurdisch für Nein) und Hayir (türkisch für Nein) groß an der Wand der faschistischen Einrichtung hinterlassen.“

Im Schreiben wird sich auch zu den Anschlägen auf die Fahrzeuge zweier türkischer Firmen bekannt. An der Christianstraße brannte ein Mercedes Vito, an der Joachimstraße wurden bei einem anderen Fahrzeug die Reifen zerstochen und der Lack zerkratzt. Beide Firmen hätten „in der Vergangenheit Veranstaltungen der faschistischen Partei MHP gesponsort“, heißt es auf der Internetseite. In Hamburg habe man außerdem zeitgleich eine „Deutsche Bank Filiale in der Osterstraße angegriffen“, steht dort weiter.

Die Polizei ermittelt. „Das Schreiben ist bekannt. Wir sind aber vorsichtig bei der Bewertung“, sagte Polizeisprecher Oliver Pohl von der Polizeidirektion Kiel. Dort ermittelt der Staatsschutz. Pohl: „Man hat beim Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund gesehen, wie Bekennerschreiben bewusst in die Irre führen können. Das ist nur eine Richtung der Ermittlungen.“

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