GS Brachenfeld : Bekannter Künstler inspirierte die Schüler

Die Schüler Levi Hackbarth (15, links) und Lars Thomsen (15) aus der Klasse 10  e haben an der Installation gearbeitet, in der nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.
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Die Schüler Levi Hackbarth (15, links) und Lars Thomsen (15) aus der Klasse 10 e haben an der Installation gearbeitet, in der nicht alles so ist, wie es zunächst scheint.

Zehntklässler der GS Brachenfeld haben eine besondere Installation geschaffen.

shz.de von
10. November 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Ein ausgestopfter Greifvogel, eine US-amerikanische Flagge, ein Vogelhäuschen und gutbürgerliches Mobiliar – ist das Kunst, oder kann das weg? Es kann Kunst sein. Das beweisen zurzeit die Schüler der Klasse 10  e der Gemeinschaftsschule Brachenfeld, die aus einem bunten Sammelsurium von Gegenständen eine Installation geschaffen haben.

„Es ist ein Spiegel der Gesellschaft“, beschreibt der Schüler Anton Wessel (15) das Projekt. Gemeinsam mit ihrem Kunstlehrer Ulf Eichler und unter der Leitung des Museumspädagogen Wilhelm Bühse haben die Jugendlichen am Kooperationskonzept der Herbert-Gerisch-Stiftung „Arbeiten wie die Künstler“ teilgenommen. Vorbild ist das Werk „Castle Inn“ des international bekannten Berliner Künstlers Thorsten Brinkmann, das kürzlich noch in der Gerisch-Stiftung zu sehen war. Er hatte dort seinen mobilen Container platziert, der mit allerlei Trödel zu einem Raum ausgestattet worden war, in dem von einem alten Plattenspieler Volksmusik leierte.

Das begehbare Werk gefiel vielen Schülern auf Anhieb: „Außerdem war es praktisch gut umzusetzen“, erklärt Anton. Entstanden ist eine etwa vier Quadratmeter große Holzbox, in der sich bekannte Gegenstände des Alltags in einem ungewohnten Arrangement vereinen: Ein Spiegel an der Decke, ein Schaukelpferd an der Wand oder ein verfremdeter Kalender – die Dinge haben ihren Nutzwert verloren. „Aber sie bekommen durch den neuen Kontext eine neue Bedeutung“, erklärt Carlotta Waldeck (15). „Der Raum bekommt etwas Surreales durch das Zusammenwürfeln von Bekanntem“, meint Levi Hackbarth (15).

Vor den Sommerferien hatten die Jugendlichen auf dem Großflecken Passanten angesprochen und um Gegenstände für ihr Kunstwerk gebeten. „Wir mussten erklären, was wir vorhaben, und einige waren richtig begeistert“, erinnert sich Anton. „Das Nachbilden ist ja auch ein Nachvollziehen. Außerdem fordert es den Schülern abstraktes Denken ab und erweitert den Horizont“, erläutert der Kunstlehrer Ulf Eichler.

Thorsten Brinkmann wollte beim Eröffnungstag eigentlich dabei sein, war aber kurzfristig verhindert. Die Kunstbox in der Pausenhalle der Gemeinschaftsschule Brachenfeld am Pestalozziweg 5 ist nach vorheriger Anmeldung im Geschäftszimmer öffentlich anzusehen.

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