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Holsteinischer Courier

23. November 2017 | 04:58 Uhr

Beirat möchte eine Denkpause

vom

Die Bauvorhaben der Wobau in Tungendorf-Dorf und am Mitteljörn stoßen auf Anlieger-Kritik / Henning Möbius als Stadtteilvorsteher bestätigt

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Neumünster | In Tungendorf ist Henning Möbius eine Institution. Auf der konstituierenden Sitzung des Stadtteilbeirats wurde der frühere Schulleiter zum achten Mal zum Vorsitzenden gewählt. Er hat das Ehrenamt seit 31 Jahren und ist damit der mit Abstand dienstälteste Stadtteilvorsteher in Neumünster. Sein Stellvertreter ist der - ebenfalls einstimmig gewählte - CDU-Ratsherr Klaus Grassau, neuer Schriftführer Jürgen Böckenhauer (SPD).

Nicht so einmütig und harmonisch wie die Wahl verlief im Volkshaus vor 90 Zuhörern die Bürgeranhörung zu zwei großen Bauvorhaben im Stadtteil. Die Wobau plant am Süderdorfkamp 42 Seniorenwohnungen und eine Sozialstation auf der Hofstelle Tuchtenhagen und stünde als Investor für ein neues Familienquartier mit 64 Wohneinheiten am alten Mitteljörn bereit (der Courier berichtete). Doch an diesen Plänen entzündete sich Kritik. Vornehmlich die direkten Anlieger halten die geplante Bebauung für viel zu massiv und befürchten auch Verkehrsprobleme.

Dabei wurde der Ton auch schon einmal arg polemisch, etwa wenn von "Kaninchenställen, die kein artgerechtes Wohnen erlauben" oder von "modernen Nissenhütten" die Rede war. Gemünzt war das auf die im Bau befindliche Seniorenwohnanlage der Wobau an den Straßen Am Kamp/Lavendelweg. Wobau-Chef Uwe Honsberg und Architekt Wolfgang Rintz wiesen das entschieden zurück. Die große Nachfrage nach den seniorengerechten Wohnungen Am Kamp hatte die Wobau ermuntert, ein ähnliches Projekt im Dorf anzugehen.

Doch dafür müsste der nach der Dorfentwicklungsplanung von 2006 erstellte Bebauungsplan 41 a geändert werden. Er sieht eine Einfamilien- oder Reihenhausbebauung mit bis zu zwei Geschosshöhen vor. Das neue Konzept plant mit eingeschossigen Reihenhäusern. "Das ist jetzt eine andere Bebauungsstruktur", betonte auch Stadtplaner Bernd Heilmann. Das Argument von Architekten Rintz, es werde zwar mehr Fläche überbaut, aber das Bauvolumen sei bei eingeschossiger Bauweise deutlich geringer, vermochte die Anlieger nicht zu überzeugen. Das passe nicht zum Dorfbild, lautete ihre Kritik.

"Wir wollen erstmal erkunden, ob das Vorhaben Akzeptanz findet", sagte Honsberg. Wenn nicht, dann baue die Wobau eben nach dem gültigen B-Plan zweigeschossig. "Ist eine Denkpause möglich?", fragte Möbius und empfahl einen runden Tisch mit den Bürgern, der Bauverwaltung und der Wobau.

Am Mitteljörn müsste der in Ansätzen stecken gebliebene und nie gültige Bebauungsplan ganz neu aufgestellt werden. Auch hier entzündete sich die Kritik an der Zahl der Wohneinheiten, an den Bauhöhen, Abstands- und Parkflächen. Anlieger kündigten "erheblichen Widerstand" an. Noch gehört das Areal gar nicht der Wobau, sondern der Gagfah. "Den Kauf machen wir abhängig von der Akzeptanz des Vorhabens", sagte Wobau-Chef Honsberg.

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