zur Navigation springen

Stadtteilbeiratssitzung : Beirat Mitte stimmt für Umzug des AJZ in die Anscharstraße

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neuer Standort ist in der Ribsteinhalle. Flächen für Gewerbe und Kreativwirtschaft sollen im Obergeschoss entstehen.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Neumünster | Der geplanten Erneuerung der Ribsteinhalle an der Anscharstraße 8-10 und einer Nutzung durch die Aktion Jugendzentrum (AJZ) sowie einer gewerblichen Nutzung stimmte der Stadtteilbeirat Stadtmitte am Mittwochabend mit einer Enthaltung zu. Der Neubau eines neuen Projekthauses mit integrierter Kita und Familienzentrum im Stadtumbaugebiet Stadtteil West bekam die einstimmige Zustimmung des Beirates.

Zunächst erläuerte Sabine Schilf vom Fachdienst Stadtplanung, was an beiden Standorten explizit passieren soll. An der alten Ribsteinhalle soll zunächst ein eingeschossiger Anbau abgebrochen werden, dann folgen für 2,1 Millionen Euro die Sanierung und der Umbau. Die Halle verfügt über jeweils 600 Quadratmeter Fläche sowohl im Erd- als auch im Obergeschoss. „Das Erdgeschoss soll für die Aktion Jugendzentrum umgebaut werden, die dann von der Friedrichstraße dorthin ziehen soll“, erläuterte Schilf die Planung.

Die AJZ bekäme einen großen Veranstaltungsraum wie auch verschiedene kleinere Räumlichkeiten, etwa für Bandproben, Bastelkurse, eine Küche für Kochkurse. „Bei der Ausarbeitung stehen wir im engen Kontakt mit dem AJZ-Vorstand“, berichtete die Stadtplanerin.

In punkto Lärmbelästigung ist die Situation an der Anscharstraße auch deutlich günstiger als am jetzigen Standort, da die nächsten Wohnungen weit zurück liegen. Im Obergeschoss sollen weiterhin Flächen für Gewerbetreibende aus der Kultur- und Kreativwirtschaft entstehen. Zwei voneinander unabhängige Treppenhäuser führen in die obere Etage. „Wir stellen uns Werbe- oder Filmagenturen, Verlage oder auch Kleinunternehmer und Freiberufler aus der Branche vor, die einen Standort mit individuellem Charakter suchen und sich mit dem Umfeld arrangieren können“, sagte Sabine Schilf weiter. Zukünftige Nutzer sollen per so genanntem Interessenbekundungsverfahren gefunden werden, „damit jeder potenzielle Mieter auch weiß, worauf er sich einlässt“, hieß es. Das Gros der Mitglieder des Stadtteilbeirates war angetan von den Plänen. Später sollen auch die Freiflächen vor der Halle für mehr Aufenthaltsqualität weiterentwickelt werden.

„Der Stadtteilbeirat begrüßt ausdrücklich, dass ein historisches Gebäude saniert und mit Leben erfüllt werden soll“, heißt es nun in der schriftlichen Stellungnahme des Beirates. Der Satz war der Vorsitzenden Antje Klein auch besonders wichtig. „Es werden so viele alte, prägende Häuser abgerissen, insbesondere in der Innenstadt, dass wir wirklich froh sind, dass so ein geschichtsträchtiges Gebäude erhalten bleibt“, betonte sie.

Weiterhin war sich der Beirat einig, dass die AJZ an der Friedrichstraße so lange bleiben kann, bis die Sanierung der Ribsteinhalle abgeschlossen ist – auch über das Ende des Nutzungsrechtes hinaus, wenn es sein muss.

Einstimmig hat der Beirat dem Antrag des geplanten Neubaus des Projekthauses mit Kita und Familienzentrum zugestimmt. Das soll auf einer Freifläche an der Werderstraße (ehemalige Sick-Kaserne) im Stadtumbaugebiet Stadtteil West entstehen. Das wiederum liegt im Stadtteil-Dreieck Faldera, Stadtmitte, Böcklersiedlung. „Das jetzige Projekthaus an der Wasbeker Straße ist nicht barrierefrei und energetisch mangelhaft. Das ist kein zeitgemäßer Standard“, erläuterte Sabine Schilf. Das geplante Gebäude soll später architektonisch besonders ansprechend sein, um im besten Fall eine aufwertende Wirkung auf das gesamte Gebiet auszustrahlen. „Auch die Errichtung eines Familienzentrums in einem sozialen Brennpunkt hat sich andernorts sehr bewährt“, hieß es. Das Stadtumbaugebiet Stadtteil West gilt nach dem Vicelinviertel als Gebiet mit der höchsten sozialen Belastung. Die meisten Kinder, die das Projekthaus besuchen, stammen aus dem Gebiet.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert