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Stadtfest in Neumünster : Beim Bier auf der Holstenköste scheiden sich die Geister

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Stadtfest wird im Glas und Plastikbecher – mal als Einweg, mal mit Pfand – ausgeschenkt. Preise sind auf dem südlichen Großflecken günstiger.

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erstellt am 13.Jun.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Beim Bierausschank auf der Köste scheiden sich die Geister. Die Besucher des Stadtfestes haben die Wahl: Es gibt das gezapfte Helle klassisch im Glas, aber auch im Plastikbecher – hier in zwei Varianten: Als Einweg ohne Pfand und im stabileren Pfandbecher.

Erhard Garbrecht, Gastronom aus Neumünster, schwört auf den Plastikbecher, der nach dem Einmalgebrauch – hoffentlich – in der Tonne landet. „Das ist hygienischer“, sagt Garbrecht und nennt einen psychologischen Aspekt contra Pfand. „Wenn bei einem Caipirinha für 6 Euro noch einmal 3 Euro Pfand draufkommen, ist das ein ganz schön hoher Preis“, so Garbrecht. 3 Euro nimmt er am Kuhberg für den 0,3-Liter-Becher Bier. Garbrecht: „Das ist das Maximum.“Auf dem Großflecken hat er einen weiteren Stand. Dort kostet der 0,3-Liter-Becher nur 2,50 Euro – die Konkurrenz ist hier größer. „Diesen Preis können wir 2016 aber nicht mehr halten“, fürchtet er.

Auf der Klosterinsel hat Anja Clausen das Sagen bei den fünf Bierständen rund um die Bayernbühne. Das Bier kostet hier 3 Euro, der echte halbe Liter 4,50 Euro. Auf der Klosterinsel gibt es nur den Ausschank im Glas und ein einheitliches Pfand von 2 Euro beziehungsweise 5 Euro bei Maßkrügen.

„Die Gastronomen vor Ort können anders kalkulieren als die Schausteller“, sagt die Kielerin. Daher auch die Preisunterschiede. Nach acht Jahren hat sie erstmals 2015 die Preise erhöht. Die Brauereien haben in der gleichen Zeit drei Mal an der Preisschraube gedreht, und inzwischen gilt der gesetzliche Mindestlohn. Sie spürt das schon. „Das Geld der Kösten-Besucher sitzt nicht mehr so locker, das merken wir am Trinkgeld“, so Anja Clausen.

Im Rathaus-Innenhof haben die Vereine ihr Domizil. Hier regiert der stabile Mehrweg-Plastikpfandbecher. „Sonst sind die Becher weg“, sagt Hartmut Freitag von der Karnevalsgesellschaft Nyge Münster. 0,3 Liter Bier kosten hier 2,50 Euro. „Wir alle arbeiten ehrenamtlich, die anderen müssen ihr Personal bezahlen“, hat Freitag die Erklärung für das günstigere Preisgefüge. Auch Panorama-Wirt Joannis Michaelidis verkauft das Bier am Rathaus für 2,50 Euro. Bei ihm gibt es Gläser, auf Nachfrage aber auch Einweg-Plastikbecher, wenn die Gäste das Bier mitnehmen möchten. „80 Prozent sind Stammgäste, und die wollen das Bier im Glas, der Rest ist Laufkundschaft“, sagt Joannis Michaelidis.

Jana Siemens aus Aukrug genießt nach dem Köstenlauf ein erfrischendes Alsterwasser und hat dafür bewusst einen Stand mit Einwegbecher ohne Pfand angelaufen. „Das finde ich einfach praktischer. Und Mülleimer gibt es hier doch genug“, sagt sie. Nina Willatowski, Birte Pries und Birgit Pump aus Einfeld sind anderer Ansicht: „Einweg ist doch doof. Aus dem Glas schmeckt das Bier viel besser.“

 

 

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