Tungendorf : Beide Schulen gerettet

Die Rudolf-Tonner-Schule an der Preußerstraße sollte nach dem Schulentwicklungsplan eigentlich geschlossen werden.
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Die Rudolf-Tonner-Schule an der Preußerstraße sollte nach dem Schulentwicklungsplan eigentlich geschlossen werden.

Steigende Anmeldezahlen: Rudolf-Tonner-Schule muss doch nicht geschlossen werden. Eltern und Stadtteilbeirat begrüßen die Entscheidung.

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22. Oktober 2013, 05:00 Uhr

Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth spricht von einer „guten Botschaft für den Stadtteil“: Aufgrund steigender Anmeldezahlen will die Schulverwaltung von einer Schließung der Rudolf-Tonner-Schule (RTS) in Tungendorf absehen.

Im vergangenen Jahr hatte genau diese Empfehlung im Schulentwicklungsplan für großen Elternprotest gesorgt. Aufgrund der Überlegung, dass es absehbar nicht genug Abc-Schützen für zwei Grundschulen im Stadtteil gibt, sollte die RTS ab dem Schuljahr 2014/15 auslaufen. Die Pestalozzischule sollte einzige Grundschule werden und ihren Regionalschulzweig verlieren. Letzteres bleibt Beschlusslage. Doch mit dem „großen Schulfrieden“ hatte die Ratsversammlung im November 2012 einstimmig eine Denkpause im Tungendorfer Schulstreit beschlossen (der Courier berichtete).

„Wir sind sehr offen in die Diskussion gegangen und haben konstruktive Gespräche mit beiden Schulleitungen geführt“, sagte Humpe-Waßmuth. Ein Grund für die gestiegenen Anmeldezahlen in Tungendorf seien auch Wanderungsbewegungen aus anderen Stadtteilen. „Damit ist viel Dampf aus dem Kessel“, betonte Tungendorfs Stadtteilvorsteher Henning Möbius. Die Schulentwicklung in Tungendorf ist am Mittwoch, 30. Oktober, das Schwerpunktthema im Stadtteilbeirat. Er tagt ab 19 Uhr im Saal des Volkshauses.

Möbius erwartet keine hitzigen Diskussionen. „Es wird jetzt darum gehen, wie sich beide Schulen inhaltlich aufstellen und auf den Ganztagsschulbetrieb vorbereiten können“, sagte er. RTS-Schulleiter Arno Müller-Weßling fügt hinzu: „Wir sind natürlich zufrieden. Wir haben zwei gesunde Grundschulen. Keine ist vom Ausbluten bedroht.“ Die Eltern hätten sich sehr stark engagiert und letztlich das erreicht, was sie wollten.

„Klar sind wir froh, dafür haben wir gekämpft“, sagte Dietmar Hirsch, der Elternbeiratsvorsitzende der Tonner-Schule. Hirsch: „Wir haben den Zahlen im Schulentwicklungsplan nicht ganz getraut und wurden bestätigt.“

Ähnlich äußerte sich die Elternbeiratsvorsitzende der Pestalozzischule, Carmen Vogt: „Die Schülerzahlen sind vorhanden. Tungendorf braucht beide Schulstandorte.“ Es bringe nichts, wenn man Schulen schließe und die Klassen mit Schülern vollstopfe. „Dann geht eine individuelle Förderung über die Wupper“, sagte Carmen Vogt, die sich auch im Landeselternbeirat engagiert. Beide Schulen hätten unterschiedliche pädagogische Ansätze und leisteten anerkannt gute Arbeit. An der Tonner-Schule gebe es Jahrgangsklassen und an der Pestalozzischule übergreifende Lerngruppen. „Deswegen kommen die Schüler auch aus anderen Stadtteilen zu uns“, sagte Carmen Vogt.

Thorsten Petersen, der Leiter der Pestalozzischule, bezeichnet die Entscheidung als „Rückkehr zur Sachlichkeit“. Es sei eine „gute Idee, die Entwicklung in Ruhe abzuwarten und zu bewerten, anstatt jetzt einen Schnellschuss zu machen, den man später nicht mehr korrigieren kann.“

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