Seniorenmagazin : Bei uns gibt’s die Panne inklusive

Mit Oma und Opa auf dem Kanal:  Wegen einer defekten Schleuse verzögerte sich die Rücktour.
Mit Oma und Opa auf dem Kanal: Wegen einer defekten Schleuse verzögerte sich die Rücktour.

Immer wenn die Enkel mit Oma und Opa unterwegs sind, gibt es etwas Unvorhergesehenes.

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31. Juli 2015, 15:00 Uhr

Neumünster | Mit Oma und Opa verreisen, das hört sich erst mal gemütlich, um nicht zu sagen langweilig, an. Aber uns eilt inzwischen ein schlechter Ruf voraus, denn wenn wir mit Tochter und Enkelkindern verreisen, passiert immer etwas Unvorhergesehenes, worauf ich als genaue Planerin keinen Einfluss habe. Unsere Enkel behaupten jedoch inzwischen, ich organisiere das alles mit Absicht, um dem Ganzen eine gewisse Spannung zu verleihen.

Es begann alles ganz harmlos mit einer Kanalfahrt zwischen Rendsburg und Kiel und wieder zurück, geplant war gegen 18 Uhr das Ende der Fahrt. Allerdings fiel uns auf, dass das Schiff auf der Rückfahrt vor der Holtenauer Schleuse verdächtig lange auf einer Stelle stand beziehungsweise immer im Kreis fuhr. Leider war ein Schleusentor kaputt, und es hatte sich – wie auf der Autobahn – ein Stau gebildet, der unsere Rückfahrt um drei Stunden verlängerte.

Da begannen die Handys zu glühen, Meike, die den Hund versorgte, musste informiert werden, Verabredungen für den Abend wurden abgesagt. Alle anderen, die per Facebook an unserer Fahrt teilnahmen, wurden über die Verspätung aufgeklärt. Die Schiffsbesatzung war nett und flexibel und hat uns außerplanmäßig und kostenlos mit Abendbrot versorgt.

Eine andere Reise ging zum Musical nach Hamburg. Es war wieder die Rückfahrt, diesmal mit dem Auto, die uns zu schaffen machte. Wir gerieten in einen Innenstadtstau, dessen Ursache verschiedene Demos waren. Sie fanden eigentlich auf der Reeperbahn statt, aber die Innenbezirke waren weiträumig abgesperrt. Unsere Navi-Tante konnten wir vergessen, sie war – wie wir – total überfordert. Wir kamen nicht raus aus Hamburg, Meter für Meter kämpften wir uns bis zur Autobahn durch. Wir konnten nicht fahren, wie wir wollten, sondern wie die Polizei es wollte. Wie schon in der vorigen Episode erwähnt, kamen wieder Handy und Facebook und Meike zum Einsatz.

Aller guten beziehungsweise schlechten Dinge sind drei. Wir waren auf der Busrückfahrt von Bochum mit Tochter und beiden Enkelkindern. Die Pause an der Raststätte Wildeshausen dauerte verdächtig lange. Info vom Busfahrer: „Die Lichtmaschine ist kaputt und nichts geht mehr.“ Dann seine logistische Meisterleistung. Ein Bus seiner Firma, in Bremen unterwegs und mit freien Plätzen, wurde herbeordert. Einsteigen und vor der Abfahrt noch schnell einem anderen Bus Überbrückungshilfe leisten. Als Meike informiert wurde, dass das Hundesitten sich verlängern würde, war sie gar nicht überrascht. „Wenn ihr mit Oma und Opa unterwegs seid, passiert doch immer was, damit habe ich schon gerechnet.“

Die nächste Fahrt müssen wir uns wirklich genau überlegen, damit wir unseren guten Ruf wieder herstellen.

P.S.: Wenig später ging es ging es mit Enkel und Tochter zum Zaubertheater nach Lübeck, um Bad Segeberg herum alle Straßen dicht, Peter Maffay sang am Kalkberg, 10 000 Leute wollen das hören, versperrten uns den Weg. Wir verpassten den Theater-Termin und aßen irgendwo gemütlich zu Abend.

Das ganze Seniorenmagazin finden Sie in der heutigen Courier-Ausgabe.




 

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