Grossenaspe : Bei starkem Frost könnte die Staunässe zum Problem werden

Vielerorts ist das Wasser wie hier bei Großharrie in Senken stehen geblieben. Die Schäden am Getreide halten sich allerdings bisher in Grenzen.
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Vielerorts ist das Wasser wie hier bei Großharrie in Senken stehen geblieben. Die Schäden am Getreide halten sich allerdings bisher in Grenzen.

Eng könnte es hier und da bei Gülle und Gärsubstraten werden. In manchen Lagern wird der Platz knapp.

shz.de von
24. Januar 2015, 08:30 Uhr

Grossharrie | Mancher Landwirt hat im Januar auch rund um Neumünster durchaus besorgt auf seine Getreidefelder geblickt. Es war bisher einfach zu nass. Und bei der Knickpflege müssen die Bauern aufs Tempo drücken. Sie ist nur bis zm 28. Februar möglich.

Dort, wo durch die hohen Durchschnittstemperaturen im Herbst ausgesäte Wintergerste oder Weizen ihre grünen Halme in die Höhe reckten, luden mancherorts Tümpel und Seenlandschaften Schwäne und andere Wasservögel zum Bad ein. Aber auch ohne teilweise knietiefe Tümpel war es in der ersten Januarhälfte zu nass. Das mussten auch Wochenmarktbesucher feststellen. Nicht nur das Getreide quittierte das nasse Wetter mit braunen Spitzen. Auch Grünkohl aus heimischem Anbau war vergangene Woche auf dem Markt in Neumünster nicht mehr zu haben. „Dem fehlte der Frost“, erklärten die Markthändler und Landwirte. Feuchtwarmes Wetter mag der Kohl nicht.

Seit dem 9. Dezember waren innerhalb von fünf Wochen allein im Raum Rendswühren fast 320 Millimeter Regen gefallen. „Das sind etwa 40 Prozent der durchschnittlichen Jahresmenge gewesen“, erklärte der Schipphorster Landwirt und Kreisvorsitzende des Bauernverbandes Plön Heiner Staggen. Inzwischen ist in der zweiten Januarhälfte viel Wasser weggezogen. „Einige Tage macht die Staunässe den Pflanzen wenig aus“, meinte Staggen. Das gelte auch für leichte Nachtfröste und Tauwetter am Tag. Das sind die Saaten in Schleswig-Holstein gewohnt. Erst bei stärkeren Kahlfrösten ohne Schneedecke wird es enger für das Wintergetreide.

Eng könnte es hier und da bei Gülle und Gärsubstraten werden. In manchen Lagern wird der Platz knapp. Bei einem qualitätsabhängigen Wert von sechs bis zehn Euro pro Kubikmeter lohnt sich allerdings auch ein Zwischentransport, sagen die betroffenen Landwirte. Als Dünger für das aufkommende Getreide etwa konnte die Gülle zurzeit durch die staunassen Böden nicht genutzt werden. „Auf Antrag hätten die Landwirte ab 16. Januar Gülle und Gärsubstrat ausbringen können. Dafür sieht die Gülleverordnung eine sogenannte Sperrfristverschiebung vor“, erklärte Staggen. Anders sieht das bei der Knickpflege aus. „Hier greift die Bundesvorgabe zu kurz“, sagte der Plöner Kreisvorsitzende der Bauern. Erstmals müssen die Schleswig-Holsteiner Landwirte bereits am 28. Februar die Knickarbeiten einstellen. Bislang galt der 14. März. „Die Bundesvorgabe berücksichtigt nicht, dass der Frühling am Bodensee rund zwei Wochen eher kommt als bei uns“, meinte Staggen. Dadurch fehlen den Bauern jetzt zwei Wochen, die sie wetterbedingt gebraucht hätten. Erst nach dem teilweise erfolgten Abtrocknen der Böden könnten die Äcker wieder befahren und mit der Knickpflege begonnen werden.  



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