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Holsteinischer Courier

18. Oktober 2017 | 19:30 Uhr

Insolvenz : Bei Kilia gehen die Lichter aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kilia-Mitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten. Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Dr. Jens-Sören Schröder sieht keine Perspektive für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Für die insolvente Kilia Fleischerei- und Spezial-Maschinen-Fabrik an der Christianstraße 160 dürften noch in diesem Jahr die Lichter ausgehen. Der Geschäftsbetrieb ist eingestellt, die zuletzt noch 38 Mitarbeiter haben ihre Kündigung erhalten und sind schon länger freigestellt.

„Es ist kein Geld zur Bezahlung der Mitarbeiter da, das ist die nackte Wahrheit“, sagte der Insolvenzverwalter Dr. Jens-Sören Schröder auf Courier-Anfrage. Ein „Betrieb in Einstellung“ sei „alles andere als ein schöner Fall“, so Schröder. Aber schon vor der Insolvenz habe das Geld für die zum Teil seit März nicht gezahlten Löhne gefehlt.

Als Grund für die fehlende Perspektive auf Fortführung nannte Schröder auch, dass seit zwei Jahren Kow-how wie Patente „und damit eine wesentliche Betriebsgrundlage“ an die Kilia Vertriebsgesellschaft KVE veräußert sei. „Wir sind nur noch eine verlängerte Werkbank gewesen und konnten nicht mehr selbstständig am Markt agieren“, so Jens-Sören Schröder.

Für Gewerkschafter Gunnar Reichwaldt von der IG Metall steht „Kilia dadurch praktisch nackt da“. Nach Anmeldung der Insolvenz im Juni hätten Mitarbeiter ihren Hut genommen. Von der Geschäftsführung sei nichts unternommen worden, um die Leute zu halten. Dadurch sei viel Erfahrung verloren gegangen, die nicht zu ersetzen sei.

Reichwaldt ist der Auffassung, dass der Betrieb mutwillig an die Wand gefahren wurde. Er hofft, dass Insolvenzverwalter Schröder gegen die Kilia Vertriebsgesellschaft KVE eine sogenannte Insolvenzanfechtung anstrebt. Reichwaldt: „Sollte es nachweisbar Ungereimtheiten gegeben haben, könnte wenigstens eine Summe X zurückfließen und den Sozialplan füllen.“ Über einen Interessenausgleich und Sozialplan wurde vor zwei Wochen verhandelt. Wegen der Insolvenz dürfen die entlassenen Mitarbeiter aber kaum mit großen Zahlungen rechnen.

Betriebsrätin Gaby Langenbacher ist seit 26 Jahren bei Kilia und natürlich „traurig, dass es so endet“. Für sie ist das Thema durch. Gaby Langenbacher: „Wer die Chance hatte, ist weg und hat etwas anderes gefunden.“ Der Schritt der Insolvenzanmeldung erfolgte ihrer Meinung nach „viel zu spät“.

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