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Neue Lehrlinge : „Bei diesem Beruf sieht man, was man macht“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Courier besuchte vier Auszubildende in ihren neuen Lehrbetrieben. Im Handwerk haben sie ihren Wunschberuf gefunden.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Sie möchten Elektroniker, Tischler und Zimmermann werden oder ein anderes Handwerk erlernen: Am Donnerstagabend fand die Einschreibungsfeier der frisch gebackenen Azubis der Kreishandwerkerschaft Mittelholstein statt (siehe Bericht oben). Der Courier stellt vier der Azubis vor.

Für Thore Hirsch (16) aus Kleinkummerfeld ist Zimmermann der Wunschberuf. „Ich habe schon immer mit Holz gearbeitet und habe schon während der Schule ein Praktikum bei einer Zimmerei gemacht, das hat mir gut gefallen“, sagt Thore, der seinen Realschulabschluss an der GS Brachenfeld machte. Über die Arbeitsagentur erhielt er Adressen von Ausbildungsbetrieben; seit dem 1. September lernt er bei der Zimmerei & Tischlerei Hildebrandt an der Leinestraße und ist dort einer von elf Azubis. Drei Jahre wird er in die Lehre gehen.

Chef Kay Hildebrandt gab ihm nach einer Woche Praktikum den Zuschlag. „Wenn wir nicht die Leute ausbilden, stirbt der Beruf aus“, sagt Hildebrandt mit Blick auf den Fachkräftemangel. Er führt die Firma mit seinem Bruder Torsten. „Eigengewächse“ nehme er bevorzugt für den 30-köpfigen Mitarbeiterstamm.

Thore Hirsch wird vielseitig ausgebildet. „Da wir auch eine Dachdeckerei sind, können wir ein Haus fast komplett aus einer Hand errichten“, sagt Hildebrandt. Was muss ein guter Azubi mitbringen? Ganz klar: „Er muss motiviert sein zu arbeiten, räumliches Denken beherrschen und auch körperliche Kraft mitbringen. Trotz Maschinen ist in diesem Beruf Manpower gefragt.“

Eine dreieinhalb Jahre lange Ausbildung haben Hannes Ingwersen (19) aus Brachenfeld und Pascal Riemke (17) aus Tungendorf bei der Firma Elektro Ickert an der Spreestraße begonnen. Sie wollen Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik werden. Für Hannes war das Berufsziel klar: „Ich habe schon als Junge mit Elektrobausätzen herumexperimentiert und das Innenleben von Computern auseinander- und zusammen gebaut“, sagt der Klaus-Groth-Schüler. Er hat genau wie Pascal ein Praktikum bei Ickert absolviert. „Ich wollte nach der Schule erstmal Berufserfahrungen sammeln, etwas Praktisches machen und nicht studieren“, sagt Hannes. Als Elektroniker lernen sie den klassischen Elektrikerberuf, werden aber auch intelligente Gebäudetechnik beherrschen, mit Bohrmaschinen, Messgeräten hantieren, Kabel verlegen oder auch Systemtechnik programmieren. „Die Technik ist komplex, man kann per Smartphone das Licht anmachen“, sagt Geschäftsführer Michel Ickert (25), der für die Ausbildung zuständig ist. Pascal war sich zunächst nicht sicher, was er werden wollte. Der Freiherr-vom-Stein-Schüler absolvierte nach seinem Realschulabschluss ein berufsvorbereitendes Jahr und ein Praktikum. „Das hat mir viel Spaß gemacht, ich kam mit den Leuten gut aus“, sagt er. In der Übungswerkstatt bekommen die zwei Aufgaben wie später in der Prüfung, beispielsweise eine Motorsteuerung mit Not-Aus und Störungsanzeige oder einen Beleuchtungsstromkreis mit Steckdose. Ickert hat die Azubis ausgewählt: „Sie müssen Lernbereitschaft, aber auch fachliche Fähigkeiten mitbringen und motiviert sein, über Ausdauer verfügen. Wichtig ist aber auch Zuverlässigkeit – pünktlich morgens auf der Matte stehen und ein ordentliches Auftreten haben. Schließlich vertreten sie die Firma nach außen“, betont Ickert.

Fenster einbauen, Lofts vergrößern, Stühle zusammenleimen – Marlon Holst (16) aus Boostedt ist schon voll eingespannt in der Boostedter Tischlerei Schlüter. Er wird drei Jahre in die Lehre gehen.

Für den Boostedter ist das ein Wunschberuf: „Ich habe immer schon mit Holz gewerkelt, zu Hause haben wir auch ein Holzhaus. Außerdem ist mein Vater auch Handwerker – Elektriker“, erzählt Marlon, der auf die Grund- und Gemeinschaftsschule Boostedt ging. In der 8. Klasse hat er ein Praktikum vor Ort gemacht und schätzt jetzt die „netten Kollegen“. Wichtig ist ihm am Beruf das Praktische: „Am Ende des Tages sieht man, was man gemacht hat. Einen Bürojob könnte ich auf keinen Fall machen.“

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