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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 10:56 Uhr

Wasbek : Bei der Bärenhochzeit ganz nah dabei

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Über 40 Länder haben sie bereist. Doch in diesem Sommer durften Waltraut und Bodo Szonn aus Prehnsfelde etwas ganz Besonderes erleben: In Alaska sahen sie, wie sich nur wenige Meter von ihnen entfernt Braunbären paarten.

Die Natur weltweit hat es ihnen angetan. Über 40 Länder haben sie bereist. Doch in diesem Sommer durften Waltraut und Bodo Szonn aus Prehnsfelde etwas ganz Besonderes erleben: In Alaska sahen sie, wie sich nur wenige Meter von ihnen entfernt Braunbären paarten.

Um in das McNeil River State Game Sanctuary zu kommen, muss man Glück und Geduld haben. Etwa 3000 Menschen bewerben sich jedes Jahr für einen Aufenthalt, nur 200 bekommen einen Zuschlag. Maximal zehn Touristen zur gleichen Zeit dürfen sich für nur vier Tage dort aufhalten und werden von Rangern begleitet. „30 Jahre lang haben wir uns beworben. 2008 hat es dann erstmals geklappt, und nur fünf Jahre später durften wir zum zweiten Mal dorthin reisen“, berichtet Waltraut Szonn. „Doch 2008 war gar nichts gegen das, was wir in diesem Jahr erlebten.“ Die Finanzbeamtin ist erst wenige Monate im Ruhestand, hat nun mehr Zeit zum Reisen und landete mit dem Alaska-Trip gleich einen Volltreffer. „Die Paarung von Bären habe ich noch nie gesehen, auch nicht in Zeitschriften oder im Fernsehen“, sagt Bodo Szonn, Chemieingenieur in Ruhestand. Das Ehepaar ist noch ganz aufgeregt, wenn es von diesem Erlebnis erzählt.

Auf der Alaska-Halbinsel gibt es die größte Konzentration von Braunbären in der Welt. Zur Lachswanderung kommen sie von überall her, um Futter zu fangen. Um die Bären zu erleben, darf man nicht zimperlich sein: Per Wasserflugzeug geht es auf die Halbinsel, geschlafen wird in Zelten neben der Ranger- und Kochhütte, die Verpflegung muss selbst mitgebracht werden. Die 63-jährige und der 71-jährige Weltenbummler wissen das und sind stets gut vorbereitet. Etwa zwölf Stunden pro Tag waren sie mit dem Ranger und Reservat-Manager Tom Griffin zu Fuß unterwegs. Hüfthohe Gummistiefel waren notwendig, denn es ging durch Sumpfgebiet und Wasser. Das Wetter: 28 Grad und viel Wind. Doch die Anstrengungen werden belohnt: Bis auf zwei Meter kommen die Bären heran. „Man muss sich ruhig verhalten, stehen bleiben, ruhig sprechen, dann dreht der Bär wieder ab“, berichtet Bodo Szonn. In dem seit 1967 streng geschützten Gebiet ist noch nie etwas passiert.

Beeindruckend ist es, wenn ein Bär im sogenannten Cowboy-Gang herannaht. Er läuft dann ganz breitbeinig – das ist sein Imponiergehabe. Einer der Giganten war der Braunbär Derek. „Er hatte das Wasser verlassen und sich die Nässe aus dem Pelz geschüttelt. Mit einem mulmigen Gefühl verfolgten wir, wie der rund 500 Kilogramm schwere Bärenmann jetzt auf uns zukam. Tom Griffin wusste, was in einer solchen Situation zu tun war: ,Aufstehen und einen Pulk bilden! Zu einem großen, starken Einzelwesen verschmelzen, mit dem er es nicht aufzunehmen wagt!’“, berichtet Bodo Szonn. Doch Derek hatte etwas ganz anders im Sinn. Er hatte es auf die Bärendame Waterfalls abgesehen. Später entdecken die Szonns Derek und Waterfalls im seichten Wasser des Mikfik Creek Rivers. Im grasbewachsenen Uferstreifen rückte der massige Bärenmann dann seiner Auserwählten auf den Pelz. Etwa 30 Minuten dauerte die Paarung. „Sie hätte sich bestimmt noch länger hingezogen, wenn nicht Chops, die unangefochtene Nummer eins unter den Kraftpaketen im Sanctuary, plötzlich auf der Bildfläche erschienen wäre“, erzählt Bodo Szonn. Das alles erlebten die beiden Prehsnfelder in nur wenigen Metern Entfernung. Und die Szonns hatten noch mehr Glück: Weil das Wasserflugzeug nicht landen konnte, verlängerte sich ihr Aufenthalt von vier auf sieben Tage – noch mehr Zeit für Streifzüge und Gespräche mit Ranger Tom Griffin, der mittlerweile ein Freund des Ehepaares ist. Zu Hause im idyllisch gelegenen Haus in Prehnsfelde lässt das Ehepaar jetzt die beeindruckenden Erlebnisse Revue passieren und überlegt, wo es im kommenden Jahr hingehen soll – vielleicht nach Neuseeland oder Laos.

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erstellt am 07.Sep.2013 | 08:00 Uhr

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