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Holsteinischer Courier

13. Dezember 2017 | 12:51 Uhr

Insolvenz : Bei Celik gehen die Lichter aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Betrieb wird zum Jahresende eingestellt / 44 Mitarbeiter werden noch vor Weihnachten entlassen / Dritte Pleite innerhalb von vier Jahren

von
erstellt am 19.Dez.2013 | 06:30 Uhr

Die Mitarbeiter der Schweißtechnik & Montagebau Celik an der Christianstraße 160-164 sind Kummer gewohnt. Nach zwei Insolvenzen des Vorläuferunternehmens Ferrus in den Jahren 2009 und 2011 folgte jetzt die dritte Pleite. Und diesmal drohen die Lichter endgültig auszugehen.

„Die Auftragslage ist so schlecht, dass eine Betriebsfortführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich ist“, sagte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestimmte Hamburger Anwalt Dr. Hans-Peter Rechel. Die 44 Mitarbeiter erhalten noch vor Weihnachten ihre Kündigungen. „Zum Jahresende ist Schluss“, sagte Rechel.

Der Betrieb ruht bereits. „Es gab keine Aufträge mehr, Lieferverzug und kein Geld für Materialeinkäufe“, so der Insolvenzverwalter. Rechel sieht es daher schon als Erfolg an, mit Zustimmung der Agentur für Arbeit das Insolvenzgeld für die Monate Oktober und November vorfinanzieren zu können. „Seit Oktober wurden keine Löhne mehr gezahlt“, sagte Rechel.

Für die IG Metall ist die Insolvenz keine Überraschung. „Sie war eigentlich überfällig“, sagte Gewerkschaftssekretär Gunnar Reichwaldt. Die Aufträge seien schon länger ausgeblieben, die Arbeit des Betriebsrats schon seit Mitte 2012 massiv behindert worden. Reichwaldt: „Da schrillten aus Gewerkschaftssicht schon alle Alarmglocken.“ Wer wegen Urlaub oder Krankheit nicht im Betrieb war, habe schon im September kein Geld mehr bekommen. Nach der Insolvenzanmeldung habe wenigstens Klarheit geherrscht, dass jetzt die Löhne gezahlt werden. Bitter für Neumünster hält der Gewerkschafter, dass jetzt über 40 gewerbliche Arbeitsplätze wegfallen.

Siddik Celik war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der aus der Türkei stammende Unternehmer arbeitete selbst acht Jahre lang als Stahlbaumonteur beim 1948 als NWBM (Nordwestdeutsche Bau- und Montage-GmbH) gegründeten Traditionsbetrieb. Celik war einer der Gläubiger der insolventen Ferrus und übernahm dann zum Jahreswechsel 2011/12 kurzerhand seinen ehemaligen Betrieb.

Innerhalb von nur zehn Monaten hatte Celik die Mitarbeiterzahl bereits wieder auf 70 verdoppelt. Diese „Erfolgsgeschichte“ interessierte im November 2012 sogar den türkischen Generalkonsul (der Courier berichtete).

Insolvenzverwalter Rechel ist auch heute noch der Meinung, dass Celik ein guter Unternehmer ist. Sein Fehler sei, dass er die alten Strukturen nach der Übernahme nicht verändert habe. „Kosteneffizientes Arbeiten war so nicht möglich. Am Ende ging das Geld aus“, so Rechel. Der Insolvenzverwalter sucht jetzt einen Käufer für das Gelände.


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