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Holsteinischer Courier

19. August 2017 | 10:08 Uhr

Baumann & Clausen : Bei Baumanns allein Zuhaus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Satire-Klassiker Baumann & Clausen funktioniert auch ohne Büro. 570 Fans verbrachten einen vergnüglichen Abend.

Neumünster | Ob im Radio oder auf der Bühne: „Baumann & Clausen“ ist seit mehr als 20 Jahren ein fester Begriff für alle, die den Amtsschimmel gerne wiehern hören. Allein das berühmte Pausenstichwort „Käffchen? – Bingo!“ ist bei Jung und Alt zum geflügelten Wort geworden. Am Donnerstagabend standen die beiden wohl bekanntesten Beamten des Landes im ausverkauften Theater in der Stadthalle auf der Bühne. Rund 570 Fans des Satire-Dauerbrenners verfolgten mit Vergnügen, wie sich Obermacho Oberamtsrat Alfred Clausen (Frank Bremser) und Weichei Hans-Werner Baumann (Jens Lehrich) die Bälle zuspielten.

„Alfred allein Zuhaus“ heißt das aktuelle Programm und spielt ausnahmsweise nicht im Amt, sondern in den Wohnungen der beiden Originale. Ella, Alfreds Frau, hat endlich genug von ihm und schmeißt ihn raus. Bei Baumann findet er Unterschlupf. Der hat dazu aber nicht sein „Häschen Gertrud“ gefragt, und so zieht auch die aus. Das Chaos in der WG, das die Fans sehen und miterleben wollten, nahm seinen Lauf.

Baumann ist total fertig, weil seine Gertrud weg ist: „Ich kann ihr nicht mehr in die Augen sehen.“ – „Du musst dich nur ganz tief bücken“, rät Alfred. Als ein Paket für Ella ankommt, Baumann es öffnet und schmutzige Wäsche darin findet, verteidigt sich Alfred: „Sie wollte etwas ganz persönliches von mir zum Hochzeitstag.“ So ging es Schlag auf Schlag.

Feine Gags wechselten mit Kalauern, die Zuschauer fielen von einer Lachsalve in die nächste. Aber auch die bereits hinlänglich bekannten Pointen wie die, dass Alfred seine Krankenscheine selbst ausfüllt („Meine beste Diagnose ist: Rechtschreibeschwäche mit der linken Hand“), sein besonderer Umgang mit Fremdworten oder der Computertechnik sorgten immer wieder für spontanen Beifall.

Ebenso gelungen:, Roboter Eli als Ella-Ersatz sowie das Baumann-Solo über den Vorteil von Bonuskarten. Geschätzte fünf Minuten redete Baumann ohne Luft zu holen. Das Publikum johlte.

Wie auch bei anderen Gags schienen die Reaktionen der Zuhörer einen Wiedererkennungswert aus eigenem Tun oder eigener Ehe zu haben.

Erfrischend, wie die beiden Komödianten über ihr Tun auf der Bühne noch selbst lachen konnten, obwohl schon hundertfach gespielt. Doch der Oberamtsrat brachte auch das auf die richtige Spur: „95 Prozent der Menschen sind dumm. Ich bin froh, zu den anderen sieben Prozent zu gehören.“ Auch musikalisch gaben beide Kostproben ihres Könnens: Baumann am Klavier und Alfred rappte „Ich hab’ die Nase voll.“

Lang anhaltender Beifall, von Fußgetrappel unterstützt, belohnte die beiden Beamten.

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