zur Navigation springen

Gefahrenabwehrzentrum : Bei 120 Grad ging es gegen das Feuer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

150 Feuerwehrleute durchliefen am Wochenende die mobile Übungsanlage.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 18:11 Uhr

Bereits am Eingang ist es dunkel, eng und verraucht. Vorsichtig steigen Christian Marquardt und Dominik Neumann mit ihren Atemschutzanzügen die Treppe hinab, das Strahlrohr immer einsatzbereit in den Händen. Plötzlich lodern Flammen auf. Die beiden Feuerwehrleute der Wehr Bönebüttel-Husberg reagieren sofort, löschen den Brand. Dann müssen sie noch eine Tür öffnen. Vorsichtig, denn es droht eine Durchzündung. Gut 15 Minuten halten sich die beiden in den bis zu 120 Grad heißen Räumen auf, dann geht das Licht an und eine Stimme ertönt: „Die Übung ist beendet.“

Zum zweiten Mal nach 2011 hatte die Berufsfeuerwehr im Gefahrenabwehrzentrum am Wochenende Besuch von einem Brandübungscontainer. 150 Atemschutzgeräte-Träger der Berufsfeuerwehr, der sieben Freiwilligen Feuerwehren in Neumünster sowie der Wehren aus Padenstedt und Bönebüttel-Husberg durchliefen die rund 50 Quadratmeter große, mit Gas betriebene Simulationsanlage aus Sachsen. In den realistischen, aber computergesteuerten Bedingungen eines Kellerbrandes probten die Einsatzkräfte beim Innenangriff vor allem richtige Löschtaktiken. „Es kommt dabei auch auf die Wassermenge an“, erklärte Einsatzleiter Thomas Römer von der Berufsfeuerwehr. Die effektivste Brandbekämpfung erziele man mit drei Millimeter großen Tröpfchen.

An seinem Führungsstand überwachte Juan Gomez jeden Durchgang. 14 Jahre arbeitete er bei der Berufsfeuerwehr in Madrid. Nun hat er an den Bildschirmen vor sich alles im Blick. Während hinter den feuerfesten Fenstern die Feuerwehrleute in Teams zum Beispiel gegen das brennende Sofa kämpfen, zündet er per Knopfdruck die Treppe wieder an und versperrt so den Rückweg. „Das alles kann auch in der Realität passieren“, sagt er, macht aber gleichzeitig deutlich: „Hier im Container ist alles sicher. Innerhalb von Sekunden können die Übungsteilnehmer ins Freie.“

Über den ganz normalen Ausgang haben unterdessen Dominik Neumann und Christian Marquardt den Container verlassen. Mächtig schwitzend befreien sie sich von ihrem Atemschutzgerät und greifen zur Wasserflasche. „Man vergisst sofort, dass es eine Übung ist, so real war das“, sagten beide.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen