zur Navigation springen

Neues Projekt : Begleitet ins Leben: Hilfe für junge Mütter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im FEK gibt es ab dem Herbst interkulturelle Sprechstunden und eine Still- und Ernährungsberatung / Sechs Serviceclubs sichern die Finanzierung

von
erstellt am 14.Aug.2015 | 07:45 Uhr

Neumünster | Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) erkennen die Verantwortlichen, dass der Bedarf für eine sozialmedizinische Betreuung steigt. Manche junge Mutter ist ist mit ihrer Situation überfordert, verzichtet aber auf eine Wochenbettbetreuung nach der Geburt, obwohl ihr diese als Krankenkassenleistung zusteht. Hier will das FEK mit einem niedrigschwelligen Hilfsangebot ansetzen.

„Die Hebammen haben den besten emotionalen Zugang zu Familien“, sagt Dr. Ivo Heer, der Chefarzt der Klinik für Geburtshilfe und Ärztliche Leiter im FEK. Geplant ist nach den Herbstferien eine Still- und Ernährungsberatung durch Kerstin Alexa, die beiden Familienhebammen Synje Schröder und Fatma Sari beraten und begleiten die Frauen in (auch interkulturellen) Sprechstunden und fungieren dabei auch als Lotsen zu anderen Hilfseinrichtungen.

Immer öfter bräuchten junge Mütter Betreuung bei Problemen wie Sucht, Gewalterfahrung oder sozialer Not. Das Projekt dockt deshalb auch an das Programm „Frühe Hilfen“ an, das die Stadt mit zahlreichen anderen Partnern etabliert hat. Der Allgemeine Soziale Dienst der Stadt hat beim Land die Startgelder für das Projekt locker gemacht. 10  000 Euro stehen für das erste Jahr zur Verfügung. Ab 2016 steigen dann die Serviceclubs Inner Wheel, Lions-Club Neumünster-Holsten, Lions-Club Neumünster, Rotar-Club Neumünster, Round Table 67 und Zonta ein und sichern die Finanzierung für weitere vier Jahre.

„Die Nachhaltigkeit des Projekts hat alle überzeugt“, freut sich Chefarzt Heer. „Wir finanzieren das über den Verkauf unseres Adventskalenders“, sagt Dorothea Behrendt, die Präsidentin von Inner Wheel. Fernziel ist für Ivo Heer ein ständiges Betreuungsangebot. „Für uns ist das Projekt die Keimzelle für ein sozialmedizinisches Zentrum in Neumünster“, sagt er.

10000 Euro pro Jahr sind nicht die Welt, aber ein Anfang. Das Geld reicht aus, um sechs zusätzliche Beratungsstunden zu finanzieren. Die Sprechstunden sollen anonymisiert aufgezeichnet werden. „Jeder Kontakt ist bereits ein Erfolg“, sagt Heer und unterstreicht den präventiven Charakter des Angebots. Heer: „Das muss niedrigstschwellig sein, wir müssen auf die Frauen zukommen.“

Die Sprechstunde wird deshalb wohl auch direkt im Friedrich-Ebert-Krankenhaus angesiedelt sein, sagt Karin Laatsch, die als leitende Hebamme im FEK das Projekt koordiniert. Eines macht Karin Laatsch ganz deutlich: „Wir unterliegen der Schweigepflicht und sind nicht der Türöffner für das Jugendamt.“ „Nachbar“ auf Seite 9

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen