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20 Jahre Memoria : Begleiter und Halt im Trauerfall

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Memoria, die gemeinnützige Gesellschaft für kooperative Trauerarbeit, besteht seit 20 Jahren. Mehr als 800 Trauernde wurden betreut.

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erstellt am 08.Mär.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | „Wir werden tätig, wenn alles vorbei ist – das Sterben und die Beerdigung. Beide rufen großes Mitgefühl hervor. Trauer ist dagegen oft einsam und allein“, sagte Hartmut Kühl. Der frühere Diakon und Seelsorger ist Geschäftsführer von Memoria, der gemeinnützigen Gesellschaft für kooperative Trauerarbeit in Neumünster.

Sie hilft Trauernden durch professionelle Begleitung, wieder Tritt zu fassen. Und das bereits seit 20 Jahren. Bei der Gründung – seinerzeit noch als Verein, 1999 dann umgewidmet in eine gemeinnützige Gesellschaft – war Memoria bundesweit einer der Vorreiter. Gründungsmitglied neben Hartmut Kühl war der Bestatter Klaus Selck. „Ich haben bei meiner Arbeit festgestellt, dass Angehörige Betreuung auch nach der Trauerfeier benötigen“, sagt Selck. Bei der Eröffnung seines Neubaus hatte Selck statt Blumen Geldspenden für die Trauerarbeit erbeten. Aufgestockt kamen 20  000 Mark zusammen – das Startkapital für Memoria.

In den vergangenen 20 Jahren hat Memoria mindestens 600 Trauernde einzeln oder als Familie begleitet. Dazu kommen noch einmal gut 200 in Selbsthilfegruppen. Der Begriff ist etwas unscharf, denn die Gruppen leiten sich nicht selbst, sondern werden professionell begleitet und gecoacht. Zurzeit machen das Hartmut Kühl und seine beiden Mitstreiterinnen Ingrid Manitius und Heidi Gatzmange als Trio.

„Man bekommt so viel Rückmeldung. Das gibt mir für mein Leben Sinn und Inhalt“, sagt Ingrid Manitius. Heidi Gatzmange kam durch einen Schicksalsschlag zu Memoria und war dankbar, hier aufgefangen zu werden. Sie machte dann eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin und ist seitdem in die ehrenamtliche Arbeit mit eingebunden. „Eine schöne und dankbare Sache“, sagt sie. „Aber stets auch eine Kärrnerarbeit“, sagt Hartmut Kühl.

Memoria arbeitet ehrenamtlich und finanziert sich durch Spenden. Wenn es eng wird, springt immer wieder Klaus Selck als Finanzier ein. Insgesamt zwölf Trauerbegleiter hat Memoria mittlerweile ausgebildet. Hartmut Kühl reist mit Vorträgen zum Thema durch die Lande, Schulen, Firmen, aber auch Fachleute wie Ärzte fragen an. Zurzeit werden drei Gruppen angeleitet, dazu zwei Familien und zwölf Trauernde einzeln begleitet. Dazu kommen noch informelle Gruppen, die sich weiter bei Memoria treffen, aber keine Begleitung mehr benötigen.

Kontakt Memoria, Plöner Straße 112, Tel. 927738.

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