Neumünster : Bauunternehmer droht jahrelange Haftstrafe

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Sozialbetrug und Steuerhinterziehung: Der Geschäftsführer einer Neumünsteraner Hochbaufirma soll einen Schaden von 1,2 Millionen Euro verursacht haben.

shz.de von
04. Juli 2018, 07:28 Uhr

Neumünster | Der Geschäftsführer einer Baufirma aus Neumünster soll durch Schwarzarbeit, Sozialversicherungsbetrug und Lohnsteuerhinterziehung einen Schaden von rund 1,2 Millionen Euro verursacht haben. Seit gestern muss er sich vor dem Landgericht Kiel verantworten.

Der Staatsanwalt legte dem 53-Jährigen in zwei Anklagen insgesamt 171 Fälle aus der Zeit zwischen 2007 bis 2015 zur Last. Dabei soll der Chef eines Hochbauunternehmens etwa durch Scheinrechnungen von Subunternehmern Schwarzarbeit verschleiert, durch falsche Angaben die Sozialkassen betrogen und Lohnsteuer hinterzogen haben, sagte der Ankläger zu Prozessbeginn. Demnach summiere sich allein der Schaden für die Sozial-, Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherungen durch vorenthaltene Beiträge auf mehr als 600 000 Euro.

Der Angeklagte wies die Anklage entschieden zurück. „Ich akzeptiere nicht, was die erzählen“, sagte er an den Staatsanwalt gerichtet. „Warum lebe ich sonst in Armut?“ Das Gericht hat nach Angaben des Vorsitzenden Verständigungsgespräche geführt, allerdings ohne Ergebnis. Angedacht worden sei ein Strafrahmen von dreieinhalb bis maximal vier Jahren Haft für den Fall eines umfangreichen Geständnisses. Demnach hält die Kammer eine Verurteilung wegen Veruntreuen und Vorenthalten von Arbeitsentgelten sowie Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall für möglich. Bis Mitte Juli sind insgesamt fünf Verhandlungstage vorgesehen.

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