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Bauausschuss : Baustellenmanager muss noch warten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Selbstverwaltung bremst Pläne für neue Planstellen im Rathaus. Auch der Hochbau bekommt vorerst keine Verstärkung

von
erstellt am 04.Dez.2015 | 17:52 Uhr

Neumünster | Ginge es nach der Stadtverwaltung, könnte der neue Kollege zum 1. Januar seinen Dienst aufnehmen. Ein eigens eingestellter Bauingenieur könnte dafür sorgen, dass Bauträger ihre Baustellen in der Stadt besser aufeinander abstimmen, die Zahl der überraschend angesetzten oder unnötig langwierigen Baustellen sinkt und Anlieger und Geschäftsleute endlich eine verlässliche Langzeitplanung erhalten, wo wann wie lange gebuddelt werden muss. Das wünscht sich auch die Politik, und dennoch machte der Bauausschuss der Stadt am Donnerstagabend einen Strich durch die Rechnung.

Er versagte die Zustimmung, bereits zum Januar den geforderten Baustellenmanager einzustellen. Für die Ratsfraktionen ist offenbar noch lange nicht ausgemacht, ob sich die Ziele eines modernen Baustellenmanagements nicht auch auf anderem Wege erreichen lassen. Das hatte sich bereits am Montagabend im Hauptausschuss abgezeichnet. Die SPD kündigte dort eine Große Anfrage zum Baustellenmanagement für die kommende Ratsversammlung an; Arno Jahner (SPD) forderte an gleicher Stelle, dass auch die Stadtwerke Personal für die Koordination ihrer Baustellen abstellen müssten.

Im Bauausschuss setzte sich die Diskussion am Donnerstagabend fort. Thomas Michaelis (CDU) erinnerte daran, dass die Verwaltung selbst unlängst die Einführung einer neuen Software zum besseren Baustellenmanagement angekündigt hatte. Daher verwundere es ein wenig, wenn jetzt der Wunsch nach personeller Aufstockung nachgeschoben werde, stichelte Michaelis. Seine Parteifreundin Helga Bühse forderte eine exakte Stellenbeschreibung für den neuen Manager. Und auch die SPD zeigte wenig Neigung, der Debatte in der Ratsversammlung vorzugreifen. Elke Christina Roeder (SPD) sprach von einem „tiefen Eingriff“ in den Stellenplan. Der aber sei Teil des Haushalts und damit Sache der Ratsversammlung.

Das haben die Ausschüsse in der Vergangenheit zwar längst nicht immer so streng ausgelegt, wie auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras anmerkte, allerdings ist die Einstellung des Baustellenmanagers auch kein Pappenstiel. Immerhin möchte der OB sich neben dem neuen Baustellenmanager im selben Paket zwei neue Planstellen in der Allgemeinen Verkehrsaufsicht genehmigen lassen. Die Personalkosten für alle drei neuen Stellen: rund 120 000 Euro.

Auf Antrag von Klaus Grassau (CDU) wurde der Antrag der Verwaltung zurückgestellt. Mit ähnlicher Argumentation bremste der Ausschuss auch die personelle Verstärkung des Fachdienstes Hochbau um zwei neue Ingenieurstellen vorerst aus.

Um den Fachdienst zu entlasten, sollte die Stadt überlegen, sich von weiteren Liegenschaften zu trennen, empfahl CDU-Mann Thomas Michaelis. OB Tauras konterte: Seiner Meinung nach habe sich die Stadt „schon in früheren Zeiten“ von zu vielen Liegenschaften getrennt, widersprach er dem früheren Stadtkämmerer. Unter dem Strich komme Mieten vielfach teurer als Selbstbauen und Verwalten, sagte der OB – und dachte damit wohl auch an die Pläne der Sparkasse.

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