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Unternehmensverband : Baustellen besser koordinieren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autofahren wird wegen der Straßensperren zum Abenteuer. Für Bewertung des Verkehrsversuchs ist es noch zu früh

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 17:26 Uhr

Beim Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) macht man sich große Sorgen wegen der Verkehrssituation in der Stadt. Die Baustellen auf vielen Hauptverkehrsadern sieht der stellvertretende UVM-Vorsitzende Ulf Michel zwiespältig. „Sämtliche Straßenbaumaßnahmen sind aus unserer Sicht erforderlich und dringend nötig“, sagte er. Dass nun alles auf einmal komme und die meisten Straßen gesperrt seien, liege daran, dass die Straßenunterhaltung lange aufgeschoben worden sei. Michel: „Das ist nicht mehr als suboptimal zu bezeichnen.“

Bei der Vorstellung der Sommer-Konjunkturumfrage seines Verbandes sagte Michel gestern, er halte es darum auch für zu früh, den Verkehrsversuch am Großflecken zu bewerten: „Die Baustellen um das Stadtzentrum herum können das Bild verfälschen.“ Eine Autofahrt in Neumünster werde derzeit zum „letzten Abenteuer Europas“. Es wäre aber unfair, die aktuelle Situation allein auf die verkehrsberuhigte Innenstadt zurückzuführen. Michel kritisierte aber mangelnde Ortskenntnis in der Verwaltung beim Baustellenmanagement und mahnte eine bessere Koordination auch mit den Baustellen der Stadtwerken an.

Der Unternehmensverband hofft, dass jetzt zügig das Einkaufszentrum in der Innenstadt angegangen wird und „sehr bald der erste Spatenstich“ erfolgt. Michel erwartet, dass das zu einer weiteren Belebung der Innenstadt führt, wie es schon beim Designer-Outlet-Center zu sehen sei. „Das Image der Stadt ist derzeit landesweit und über die Landesgrenzen hinaus sehr gut“, sagte Michel. Das zeige sich auch an der Nachfrage nach Standorten in Neumünster.

Die Wirtschaft in der Stadt sehen Michel und der UVM-Vorsitzende Jens van der Walle in stabiler Verfassung. Die Unternehmen rechnen nach schwachen Ergebnissen im ersten Halbjahr mit einer Besserung der Konjunktur und investieren wieder. „Ein gesundes Wachstum von bis zu einem Prozent ist durchaus möglich“, sagte van der Walle. Große Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sehen Michel und van der Walle aber nicht.

Bei einer Branchen-Betrachtung ergibt sich ein gespaltenes Bild: 98 Firmen mit rund 18 000 Beschäftigten hatten sich in der Sommer-Konjunkturumfrage geäußert. Während sich die Chemie-Unternehmen erholt haben und es im Gesundheits- und Pflegesektor sogar auf hohem Niveau boomt, hatten Dienstleister und der Handel gegenüber dem Vorjahr leichte Einbußen. Der Bau präsentiert sich in guter Verfassung und sucht sogar Mitarbeiter. Einziges echtes Sorgenkind ist die Metallindustrie, deren Angaben nicht sehr optimistisch waren.

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