zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 12:14 Uhr

Ratsversammlung : Bauland ist schwer zu finden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

CDU möchte Bauwilligen in Kooperation mit der städtischen Wobau Grundstücke anbieten. SPD: Unzulässiger Eingriff in die Geschäftspolitik

von
erstellt am 02.Apr.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Bei der Stadt sind zurzeit 130 Interessenten für ein Baugrundstück registriert. „Das ist eine Chance für Neumünster“, sagte CDU-Ratsfrau Helga Bühse. Die Christdemokraten wollen daher prüfen lassen, ob die Stadt in Zusammenarbeit mit ihrer Wohnungsbaugesellschaft Baulandflächen kaufen, entwickeln und vermarkten kann.

„Schon in den 90er-Jahren hatte die Stadt Probleme, Baugrundstücke vorzuhalten“, sagte Helga Bühse und nannte die Folgen: Das Umland profitierte, Neumünster verlor Einwohner. Was damals versäumt wurde, dürfe sich nun nicht wiederholen, so Bühse. Da die Finanzlage der Stadt schlecht sei, müsse man sich einen Partner wie die städtische Wobau suchen.

Die Verwaltung soll dabei für die Bauleitplanung zuständig sein, alles andere durch die Wobau erledigt werden. Die Hälfte der Grundstücke solle reserviert werden für Bauwillige, die sich bei der Stadt gemeldet haben. Die restlichen Grundstücke sollen der Wobau für ihre eigenen Pläne zur Verfügung stehen.

Dieser Vorstoß der CDU geht aber nach Auffassung von SPD-Ratsherr Volker Andresen „gar nicht“. Ein solcher Rats-Auftrag greife in die Geschäftspolitik der Wobau ein. „Nach meiner Auffassung ist weder mit der Geschäftsführung noch mit dem Aufsichtsrat der Wobau darüber gesprochen worden“, sagte Andresen, der selbst als Ratsherr Mitglied im Aufsichtsrat der Wobau ist.

Sie habe mit Wobau-Geschäftsführer Uwe Honsberg gesprochen. „Die Wobau würde die Idee begrüßen“, sagte Helga Bühse und mahnte, es sei unbedingt jetzt an der Zeit zu handeln. „Wir brauchen Bauland und haben kein Geld für den Kauf im Haushalt.“

Michael Schaarschmidt von den Grünen nannte die Initiative, Bauland zu erschließen, eine gute Idee, den von der CDU vorgeschlagenen Weg dorthin aber nicht. „Wir wollen es anders angehen“, sagte er. Die Aufstellung von Bauleitplänen sei Sache des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses, Grundstücksangelegenheiten die des Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschusses. Nach dem einstimmig angenommenen Änderungsantrag der Grünen wird das Thema in beide Ausschüsse überwiesen.

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen