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Stadtteilbeirat Gadeland : „Bauen die uns eine Autobahn?“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Diekkamp in Gadeland wird komplett saniert. Die Anwohner sind sauer und fühlen sich schlecht informiert.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Die Wogen schlugen hoch auf der Gadelander Stadtteilbeiratssitzung am Donnerstagabend: Die Anlieger des Diekkamps sind sauer auf die Stadt. Die kleine Straße am Ortsrand wird seit August komplett saniert, weil sie marode war. Die Kosten von 220000 Euro sollen die Anwohner zu 85 Prozent tragen, das sind 187000 Euro. Die Anlieger fühlen sich nicht informiert von der Stadt und protestieren gegen die Höhe der Kosten.

Denn laut Kommunalabgabengesetz müssen Anlieger zahlen, wenn „eine Straße aus Verkehrssicherheitsgründen komplett erneuert werden muss – je nach Einstufung“, zitierte der Stadtteilbeiratsvorsitzende Dr. Volker Matthée das Gesetz. Der Diekkamp ist Anliegerstraße, das bedeutet besagte 85 Prozent. Das wären 15 bis 16 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche, rechnete der Beiratsvorsitzende vor. Wer ein großes Grundstück habe, zahle mehr – auch das sorgte für heftige Empörung.

Der Unmut der Anlieger richtete sich gegen verschiedene Punkte: Zum Einen machten sie Bus- und landwirtschaftlichen Verkehr mitverantwortlich für den Zustand der Straße und forderten nach dem Verursacherprinzip eine Beteiligung. Zum Anderen war die Frage, ob es denn so teuer sein muss, eine Straße zu sanieren. „Bauen die uns eine Autobahn?“, fragte Anliegersprecherin  Carin Rathke sarkastisch. Das verneinte Bauingenieur Thomas  Berner von der Bauplanungsfirma. Er erläuterte, was technisch passiert, und versicherte, dass dies die zweitgünstigste Variante sei.

Die größte Empörung aber richtete sich gegen die Art und Weise, wie die Stadt mit den Anliegern umgeht. „Man fühlt sich veräppelt“, „Wir bekamen keine Information, das ist respektlos“ waren einige Äußerungen; ein älterer Mann sprach von „Behördenarroganz“. Ein junger Mann fragte, wie man rechtlich  vorgehen könne und ob man an der Einstufung der Straße etwas ändern könne – eine Straße für „innerörtlichen Verkehr“ muss nur zu 55 Prozent mitbezahlt werden. „Sie können Widerspruch gegen Ihren Beitragsbescheid einlegen“, riet Matthée.

Eigentlich sollte auch ein Vertreter der Stadt zu der Sitzung kommen, monierte Matthée: „Wir hatten um Erscheinen gebeten. Das ist auch dem  Beirat gegenüber unfair. Wir sollen Antworten geben, die wir nicht geben können.“

Die Anlieger wollen eine Initiative gründen – so wie auch die Anwohner des Hufeisenwegs in Einfeld. Auch die fühlen sich von der Stadt überfahren und protestieren gegen zu hohe Kosten (der Courier berichtete). Auf der nächsten regulären Beiratssitzung am 12. Dezember will Matthée einen Vertreter der Stadt anfordern für ein klärendes Gespräch, außerdem davor einen Ortstermin mit der Verwaltung organisieren.

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