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Entscheidung : Bauausschuss steht zur Lex Nortex

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aber der OB befürchtet jetzt das Aus für das Einzelhandelskonzept

von
erstellt am 07.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der Preis könnte hoch ausfallen: Um dem Modehaus Nortex im Wettbewerb mit dem DOC den Rücken zu stärken, riskiert die Stadt den Verlust ihres Einzelhandelskonzepts (EHK). Das fürchtet zumindest Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras nach der jüngsten Entscheidung zum Thema im Bauausschuss.

Vergeblich hatte der Verwaltungschef am Donnerstagabend an die Parteienvertreter appelliert, die vom Rat im Grundsatz bereits beschlossene Lockerung von Verkaufsauflagen für das Modehaus am Grünen Weg noch einmal zu überdenken und zumindest in Teilen zurückzunehmen. Begründung: Der von der Stadt beauftragte Gutachter, das Dortmunder Planungsbüro Junker + Kruse, werde die vom Rat gewünschten Ausnahmeregelungen für Nortex nicht mittragen. Das Büro könnte seinen Entwurf für die Fortschreibung des EHK zurückziehen, malte Tauras aus. Die Stadt stünde ohne die viel gelobte Richtschnur zur Ansiedlung und Steuerung der Einzelhandelsentwicklung da.

Welche Auswirkungen das haben könnte, ist derzeit völlig offen. Immerhin war die Richtschnur von der Landesplanung immer wieder angemahnt worden, um etwa die Ansiedlung des DOC rechtssicher zu machen. Auch im Genehmigungsverfahren für die Holsten-Galerie spielte das Konzept eine tragende Rolle (der Courier berichtete).

SPD, FDP und Grüne zeigten sich im Ausschuss unbeeindruckt. Erst in der Juni-Sitzung hatte eine Mehrheit im Rat gegen die Bedenken der CDU eine Ausnahmegenehmigung für Nortex in Aussicht gestellt. Demnach soll Nortex seine Verkaufsfläche für Schuhe von 800 auf 1600 Quadratmeter verdoppeln, auf 800 Quadratmetern künftig Parfümerie- und Drogeriewaren verkaufen dürfen. Dem benachbarten Edeka-Markt sollen künftig rund 2200 (statt bisher 1700) Quadratmeter Verkaufsfläche für den Getränkemarkt zugestanden werden. Der Trick an dem Konzept: Die Gesamtfläche von Nortex erweitert sich nicht; das Modehaus tauscht lediglich bestimmte Sortimente auf gleicher Fläche.

Junker + Kruse wurden beauftragt, die Ausnahmen in die Fortschreibung des EHK einzubauen. Die Gutachter wollen aber offensichtlich nicht mitspielen. In einer neuerlichen Stellungnahme lehnen sie die geplanten Aufweichungen ihrer Richtschnur ab. Das Dortmunder Büro hat rechtliche Einwände und macht klar, dass die Ausnahmen für Nortex „aus fachgutachterlicher Sicht nicht mitgetragen werden“. Lediglich mit der Ausweitung der Verkaufsfläche für Schuhe mögen sich die Dortmunder anfreunden. Parfümerie und Getränkemarkt lehnen sie ab.

Während Thomas Michaelis (CDU) im Ausschuss von einer „salomonischen Lösung“ sprach, lehnte die Mehrheit Tauras’ Kompromissvorschlag ab. Sie will an den bereits in Aussicht gestellten Lockerungen für Nortex festhalten. Am 16. September muss der Rat entscheiden.

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