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Abfallwirtschaftszentrum : Batterien lösten wohl das Feuer im Müll aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Brand im Abfallwirtschaftszentrum verursacht einen Schaden im sechsstelligen Bereich. Es gibt einen Annahmestopp für Gewerbemüll.

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2015 | 05:30 Uhr

Neumünster | Gewerbetreibende müssen sich für die nächsten Wochen nach einer neuen Entsorgungsstelle für ihren Abfall umsehen. Das Großfeuer am Sonntagvormittag im Müll-Anlieferungslager des Abfallwirtschaftszentrums Wittorferfeld hat das Gebäude derart stark beschädigt, dass der Betrieb vorerst nur eingeschränkt weiterläuft. Hausmüll wird verarbeitet, für Gewerbemüll besteht ein Annahmestopp.

Nach einer schlaflosen Nacht für Geschäftsführer Dr. Norbert Bruhn-Lobin stellte ein Statiker gestern Vormittag fest: Akute Einsturzgefahr besteht nicht. „Das wäre sonst der Müll-Gau für Schleswig-Holstein gewesen. Denn andere Verwertungsbetriebe mit unseren Kapazitäten gibt es im Land nicht“, sagt Bruhn-Lobin. In Neumünster werden täglich rund 800 Tonnen Rest- und Sperrmüll aus zahlreichen Kreisen sortiert und verarbeitet.

Das Feuer am Sonntag hat seinen Angaben zufolge einen Schaden im sechsstelligen Bereich verursacht. Die gesamte Haustechnik des Gebäudes ist zerstört. Immerhin arbeiten zwei von drei Schreddern noch. Bruhn-Lobin geht davon aus, dass Batterien in einem am Freitagnachmittag angelieferten Sperrmüll-Berg verantwortlich sind für eines der größten Feuer auf dem Gelände: „Es gibt nur wenige Dinge, die sich selbst entzünden können. Dazu gehört das Lithium in Batterien.“ Das Problem werde immer schlimmer. Allein in der vergangenen Woche habe es fünf Verpuffungen im Müll-Anlieferungslager durch die kleinen Energieträger gegeben – zum Glück ohne Schaden. „Wir sind machtlos gegen die Unvernunft der Leute, die alte Batterien einfach in den Hausmüll schmeißen. So ein Feuer kann es jederzeit wieder geben“, sagt Bruhn-Lobin.

Ausdrücklich lobt er die gute Arbeit der Feuerwehr am Sonntag. „Die waren sehr schnell hier und haben Schlimmeres verhindert.“ Die Brandschutzvorkehrungen hätten alle funktioniert, die Brandschutzwand und ein hitzebeständiges Fenster hielten. Auch viele Mitarbeiter eilten zur Anlage und halfen bei den Lösch- und Aufräumarbeiten mit.

Die Brandmeldeanlage und ein Wachmann hatten den Brand am Sonntag um 10.18 Uhr zeitgleich gemeldet. Der Wachmann war auf dem Rückweg von einem Kontrollgang in dem sonst menschenleeren Gebäude. Als er von der Kontrollwarte aus in das Mülllager blickte, schlugen bereits die Flammen empor. Sie griffen auf etwa 40 Kubikmeter Müll direkt unterhalb des Fensters über und beschädigten auch einen Schredder. Ein Raum im Kontrollzentrum wurde durch Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen.

Als Konsequenz des Unglücks denkt Bruhn-Lobin über den Bau einer kleinen Halle nach, in der nicht mehr vor dem Wochenende verarbeiteter Müll gelagert werden kann. Außerdem wird es ein Schreiben an die Kommunen und Städte geben, die Kunde des Abfallwirtschaftszentrums sind. Darin fordert Bruhn-Lobin diese auf, die Bürger intensiver über die Gefahren von Batterien im Hausmüll zu informieren.

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