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Landgericht Kiel : Bandidos: Prozess gegen Rocker wird neu aufgerollt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach neuen Zeugenaussagen brauchen die Verteidiger mehr Zeit für das Aktenstudium.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 19:30 Uhr

Neumünster/Kiel | Der Prozess gegen drei Rocker aus der „Bandidos“-Szene ist geplatzt. Das Verfahren vor dem Kieler Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung wurde gestern am zweiten Verhandlungstag nach längeren Diskussionen hinter verschlossenen Türen ausgesetzt. Es muss jetzt komplett neu verhandelt werden. Wann der neue Prozess beginnen wird, ist noch nicht bekannt.

Angeklagt sind der ehemalige NPD-Landesvorsitzende und spätere „Bandido“ Peter Borchert (41), sein jahrelanger Weggefährte aus der rechten Szene und „Bandidos“-Mitglied Alexander H. (34) sowie Nils H. (32), der ebenfalls in diesen Kreisen verkehrte. Das Trio soll am 8. Dezember 2009 in der Gaststätte Titanic an der Friedrichstraße einen Dart-Spieler aus Kiel angegriffen, geprügelt, getreten und mit einem Gürtel geschlagen haben (der Courier berichtete). Offenbar ordneten sie ihr Opfer dem Umfeld der verfeindeten Rocker-Gruppe „Hells Angels“ zu. Der Mann, der Nebenkläger im Prozess war, wurde damals unter anderem schwer am Auge verletzt und leidet noch immer unter Sehstörungen.

Grund für die Prozesspause sind umfangreiche neue Zeugenaussagen zu der Gewalttat. Die Verteidiger und der Nebenkläger hatten die entsprechenden Akten erst am Freitag vergangener Woche bekommen. Die Anwälte von Peter Borchert und Alexander H. verwiesen auf die mangelnde Vorbereitungszeit. Lediglich der Verteidiger von Nils H. sprach sich gegen die Aussetzung aus. „Meinem Mandanten ist daran gelegen, das Verfahren nach fünf Jahren endlich hinter sich zu bringen“, sagte er.

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