Bordesholm : Balsam für die Seele vom Reger-Chor

Der Reger-Chor Bordesholm unter der Leitung von Sopranistin Anne-Kristin Blöß schlug besinnliche Töne an.
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Der Reger-Chor Bordesholm unter der Leitung von Sopranistin Anne-Kristin Blöß schlug besinnliche Töne an.

Die Sänger und das Winterbeker Kammerorchester überzeugten mit Werk von Johann Christoph Friedrich Bach.

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03. Januar 2015, 07:00 Uhr

Bordesholm | Mit einem engagiert dargebotenen Zweiteiler von Johann Christoph Friedrich Bach vereinnahmte der Reger-Chor Bordesholm seine Zuhörer zusammen mit Orchester und Solisten. 180 Besucher ließen sich dieses Erlebnis in der Bordesholmer Klosterkirche nicht entgehen. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ begann der aus 20 Frauen und Männern bestehende Chor in der gleichnamigen, 1780 entstandenen Motette des „Bückeburger Bachs“ und sofort strömte ein feiner Hauch der Behaglichkeit durch das kühle Kirchenschiff. Bestens harmonierten die Stimmen, Worte wurden hier nicht verschluckt, sondern fein modelliert und artikuliert. Routiniert und dennoch feinsinnig leitete Sopranistin Anne-Kristin Blöß das Ensemble an, ehe sie selbst ihre glockenklare Stimme erhob und im anschließenden Oratorium „Die Kindheit Jesu“ den einleitenden Part sang. Schnell gesellte sich auch das Winterbeker Kammerorchester unter Leitung von Richard Münchmeier dazu, um in den zwischen Besinnlichkeit und Unterhaltung schwebenden bunten Reigen einzustimmen. Erzählt wurde die Geschichte des jungen Heilands, und Gerd Blum steuerte dazu als Solist einen sehr ausdrucksstarken Bass bei. Sonor und keineswegs brummig verkündete er die Botschaft der Jugend Jesu. Julian Rohde gab den sympathisch-eitlen Tenor, während Altistin Anne-Beke Sontag der heimliche Star dieses auf sanfte Art mitreißenden Abends war: Voller Wärme und Gefühl sang sie die Passagen über Marias Gedanken und ließ die faszinierten Zuhörer an der Botschaft des Textes wie auch an ihrer vollendeten Gesangskunst teilhaben. Eindringlich, aber nie aufdringlich meisterte sie auch die schwierigen Passagen des Werkes, das für jeden Interpreten eine kleine Bewährungsprobe in Sachen Stimmmodulation darstellte. Zum großen Finale strömten sie noch einmal zusammen: Ein stimmgewaltiger Chor, prägnante Solisten und ein sicheres Orchesterfundament.

Herzlichen Applaus gab es für diese an Herz und Kopf appellierende Darbietung. „So schön kann es ruhig weitergehen“, meinten Peter und Stefanie Müller aus Neumünster. 

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