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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 04:37 Uhr

Alte Obstwiese : Bald startet die Apfelernte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Arbeitskreis Alte Obstwiese präsentierte sich auf der Apfel-Fachmesse / Nächstes Wochenende startet die Ernte an der Kieler Straße

Gut 400 Gramm wiegt er, ist von leuchtendem Rot und die schwerste Apfelsorte auf der Alten Obstwiese: Der Sächsische Königsapfel stammt aus Sachsen und geriet unter unbekannten Umständen auf die Einfelder Obstwiese. Durch ihre Teilnahme an der Apfel-Fachmesse Europom in Hamburg konnte diese Sorte identifiziert werden, berichtete gestern Heinrich Kautzky, Sprecher des Arbeitskreises.

Rund 15 000 Menschen kamen auf die Messe; der Arbeitskreis präsentierte einen Großteil seiner 64 bekannten und auch unbekannten Sorten. Es sei wichtig, dass die genetische Vielfalt erhalten bleibe, dieses Ziel werde von der Deutschen Genbank Obst verfolgt. Denn moderne Kultursorten wie Jonathan oder Golden Delicious haben nur vier Sorten in ihren Genen und sind deswegen zu empfindlich, wenn neue Schädlinge oder Bakterien auftauchen. Ein Fazit, das daher der Arbeitskreis aus den Erkenntnissen der Fachvorträge zieht, ist es, die Biodiversität der Obstwiese zu erhalten. Auf der Wiese wachsen Sorten wie Danziger Kantapfel, Schöner aus Haseldorf, Purpurroter Cosinot oder Kaiser Wilhelm.

Ziel ist es, die unbekannten Sorten zu sichten, die geschmackvollsten und stabilsten herauszufiltern und sie auf anderen Baumunterlagen zu veredeln. So sollen neue, schmackhafte und robuste Sorten entstehen. Auf einem Rundgang fand eine erste Sichtung mit Mitgliedern des Arbeitskreises statt; weiteres soll folgen. Außerdem wurde der Saft der neuen Ernte verkostet. „Das ist reine Natur, man schmeckt den Apfel“, lobte Burkhard Roese über den biologisch korrekten „Obstwiesen-Cocktail“. Denn der Saft ist ein Mix diverser früher Sorten, die auf der Wiese wachsen; alle Äpfel reifen ohne Zugabe von Dünger oder anderen Mitteln.

Die Apfelernte startet: Am Sonnabend, 19. Oktober, von 10 bis 15 Uhr und am Sonntag, 20. Oktober, von 9 bis 17 Uhr wird gepflückt; freiwillige Helfer sind willkommen. Am Sonntag ist außerdem die mobile Saftpresse vor Ort. Ab 150 Kilogramm werden mitgebrachte Äpfel gepresst (Anmeldung unter Tel. 7 28 30); es gibt aber auch den „Obstwiesen-Cocktail“ in Fünf-Liter-Behältern für 7,50 Euro vor Ort.

 

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erstellt am 12.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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