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Großauftrag : Bahnwerk macht Hamburgs S-Bahn flott

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Werk an der Kieler Straße zieht Auftrag über 70 Millionen Euro an Land / Bis 2021 sollen 112 Züge umgebaut und modernisiert werden

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erstellt am 01.Okt.2015 | 08:30 Uhr

Neumünster | Eigentlich haben die Mitarbeiter des Bahnwerks an der Kieler Straße strikte Anweisung, ihre Großaufträge nicht weiter zu kommentieren, aber so ganz konnte sich Thorsten Hinz, seit über 20 Jahren als Industriemechaniker im Werk, sich dann doch nicht das Wort verkneifen: „Das ist schon eine feine Sache für uns!“

Hinz und rund 750 Kollegen haben allen Grund zur Freude: Für rund 70 Millionen Euro sollen sie in den nächsten fünf Jahren insgesamt 112 Züge der Hamburger S-Bahn grundlegend überholen, modernisieren und dem neuesten Stand der Technik anpassen. „Der Auftrag sichert 20 Prozent unserer Arbeitsplätze bis 2021“, begründete Werkleiter Dirk Fischer gestern bei einem Werkrundgang die gute Stimmung seiner Mitarbeiter.

Der Auftrag gehöre vom Volumen her zwar nicht zu den größten, reize aber durch seine Komplexität – und biete damit dem Werk Gelegenheit, sein Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen, sagte Fischer. Bei der Hamburger S-Bahn, die erst im Vorjahr den Zuschlag für den S-Bahn-Betrieb bis 2033 erhalten hat, scheint man davon bereits überzeugt. Neumünster habe „sowohl von der Qualität, von der Zeit und vom Preis her das beste Angebot unterbreitet“, begründete Jan Schröder, Geschäftsführer Produktion und Technik bei der Hamburger S-Bahn, die Entscheidung für das Werk Neumünster.

Im Schnitt rund 120 Mitarbeiter sind an dem Projekt beteiligt, etwa 30 davon in der Fertigung direkt an den Fahrzeugen und in der Lackiererei.

Die aus drei Wagen bestehenden Züge werden bei dem „Redesign“ bis auf die Decken komplett entkernt und mit neuen Fußböden, Mobiliar und modernen Fahrgastinfosystemen nachgerüstet. Die Stirnseiten der Wagen werden geöffnet, um glatte Übergänge zu schaffen. Wie bei den modernen Zügen der S-Bahn längst üblich, sollen auch die generalüberholten Züge des älteren Typs künftig durchgängig begehbar – und damit für die Fahrgäste von den neuen Zügen kaum noch zu unterscheiden – sein. Alle Züge werden dabei sukzessive im Bahnwerk bearbeitet, im Schnitt alle 14 Tage wird eine Diesellok einen S-Bahn-Zug nach Neumünster einschleppen oder wieder abholen. Zur Veranschaulichung der Dimensionen: In den 112 Zügen werden unter anderem rund 28 800 Quadratmeter Holzfußböden verlegt und rund 10 800 neue Sitzgestelle montiert. Für die neue Außenlackierung werden etwa 33 Tonnen Farbe versprüht.

 

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