Gartenstadt : Bahnübergang wieder in weiter Ferne

Seit Oktober 2013 ist die Fußgängerbrücke über die Bahn in der alten Rendsburger Straße gesperrt. Eine neue Querung ist nicht in Sicht.
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Seit Oktober 2013 ist die Fußgängerbrücke über die Bahn in der alten Rendsburger Straße gesperrt. Eine neue Querung ist nicht in Sicht.

Verhandlungen über Ersatz für die gesperrte Fußgängerbrücke an der Rendsburger Straße ziehen sich hin. Für die Stadt könnte es teuer werden

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29. Januar 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Die Geduldsprobe für die Gartenstädter geht weiter: Auch 15 Monate nach der Sperrung der maroden Fußgängerbrücke an der alten Rendsburger Straße ist ein Ersatz für die wichtige Fußgänger-Verbindung zwischen dem nördlichen und südlichen Teil des Stadtteils nicht in Sicht. Der von der Stadt ins Auge gefasste Bahnübergang scheint wieder in weite Ferne gerückt. Das geht aus einem Bericht der Stadtverwaltung über den Stand der Verhandlungen mit der Bahn hervor, den die Stadtplaner heute Abend im Bauausschuss vorstellen wollen.

Dabei glaubte sich die Stadt eigentlich schon einen großen Schritt weiter: Nach monatelangem Abwägen über unterschiedliche Ersatzlösungen – Brücken mit und ohne Auffahrrampen oder Fahrstühlen – hatte sich der Ausschuss zuletzt auf eine vergleichsweise kostengünstige Variante verständigt: Ein beschrankter Bahnübergang sollte es sein. Kostenpunkt nach ersten Schätzungen: rund 500 000 Euro (der Courier berichtete).

Der Stadt zufolge sperrt sich die Bahn jedoch gegen einen niveaugleichen Bahnübergang – aus Sicherheitsgründen, wie es heißt. Aus Sicht der Bahn wäre der Bahnübergang mit erheblichen höheren Baukosten verbunden, wenn er annähernd vergleichbare Sicherheit wie die Brückenlösung erreichen soll. Eine Verschlechterung der Sicherheitsstandards aber lehnt die Bahn ab. Sprich: Nur ein sehr sicher ausgebauter (und damit teurer) Bahnübergang könnte die Brückenlösung ersetzen und würde von der Bahn akzeptiert.

Das Problem der Stadt: Weil an der betreffenden Stelle nie eine Querung festgelegt wurde, müsste die Stadt die Kosten für den Ersatzbau weitgehend selbst tragen. Das könnte teuer werden: Fachleute hatten den Neubau der Fußgängerbrücke je nach Ausstattung auf bis zu 1,7 Millionen Euro veranschlagt.

Weil ein sicher ausgebauter Bahnübergang ähnlich teuer ausfallen würde wie eine günstige Brückenlösung, schlagen die Stadtplaner jetzt vor, sich von den Plänen für einen beschrankten Bahnübergang wieder zu verabschieden und zur Brückenlösung zurückzukehren. Die Brücke sollte so wieder aufgebaut werden, wie sie war, mit zwei Treppentürmen, die auch von Passanten mit Fahrrädern benutzbar sind.

Ob sich die Politik darauf einlässt, ist offen: Sowohl Martin Kriese, Stadtteilvorsteher in der Gartenstadt, als auch Ratsfrau Helga Bühse (CDU), die sich zuletzt klar für den behindertenfreundlichen niveaugleichen Übergang stark gemacht hatte, zeigen sich skeptisch: „Mir ist noch nicht klar, warum ein normaler Bahnübergang jetzt plötzlich unsicher sein soll“, sagte Helga Bühse.

Immerhin gibt es einen Termin für den Abriss der maroden Brücke. Am 14. Februar sollen die Abrissbagger anrücken. Allein die Beseitigung der Brücke kostet rund 100 000 Euro.

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