zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 14:28 Uhr

Ökologie : Bäume fallen für neue Sandfänge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Lauf der Schwale wird verschwenkt / Weniger Sedimente landen im Teich

shz.de von
erstellt am 05.Jan.2016 | 16:52 Uhr

Neumünster | Aufmerksame Spaziergänger beobachten die Arbeiten seit Montag, Courier-Leser rufen an und sorgen sich: Warum werden an Schwale und Dosenbek zwischen An der Dosenbek und Brachenfelder Straße offenbar gesunde Bäume gefällt? Alles hat seine Richtigkeit, teilt die Stadt mit: Das Abholzen ist die erste Phase für den Bau neuer Sandfänge in der Schwale und in der Dosenbek. Das Ziel ist, dass weniger Sedimente in der Innenstadt im Teich landen und die Flüsse wieder einen natürlichen Verlauf nehmen.

Eigentlich sollten die Baumaßnahmen schon im November beginnen, doch damals fiel zu viel Regen. Im Dezember wurde ein Zufahrtsweg gebaut, gestern das Holz vor Ort geschreddert. „Einige Bäume müssen weichen, aber die Bäume in Richtung der Anwohner der Hauptstraße bleiben erhalten“, sagt Jutta Thies, zuständige Mitarbeiterin des Fachdienstes Gebäudewirtschaft, Tiefbau und Grünflächen.

Die bisher gerade verlaufenden Bäche werden für die Sandfänge mehrfach in Richtung Brachenfelder Gehölz verschwenkt. Das natürliche Schlängeln heißt Mäandern; damit reduziert sich die Fließgeschwindigkeit. Außerdem werden an den entstehenden Kurven die Flächen vergrößert, auf denen sich Sedimente ablagern („Gleithänge“). So gelangen Sand & Co. nicht bis zum Teich, der sonst entsprechend oft ausgebaggert werden müsste.

Außerdem werden zwei Sohlabstürze (eine Art Staustufe) in der Schwale entfernt, um den Fischen und anderen Wasserlebewesen den Weg flussaufwärts zu ermöglichen. Die Baumaßnahme entspricht der EU-Wasserrahmenrichtlinie. „Für die gefällten Bäume werden bei Ausgleichsmaßnahmen neue gepflanzt“, sagt Jutta Thies.

Für den gesamten Wendehammer im Zufahrtsbereich von der Hauptstraße aus ist derzeit absolutes Halte- und Parkverbot, denn dort rangieren die Baufahrzeuge.

Kommentar

von Gabriele Vaquette

In den 70er-Jahren entdeckte ich ein Plakat, das immer noch zuhause hängt: Es zeigt ein sich schlängelndes Bächlein in einer grünen Landschaft mit dem Slogan „Lasst Flüssen ihren Lauf“. Damals erhob sich der  Protest gegen Flussbegradigungen. Jetzt sind die Schwale und die Dosenbek dran und dürfen sich ebenfalls schlängeln.  Dafür dürfen auch aus Öko-Sicht mal ein paar Bäume fallen.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen